
Ziel der Überlegungen ist es, das Schulangebot der Sekundarstufe I auch langfristig zu erhalten. (Foto: Colourbox)
VELEN (git). Sinkende Schülerzahlen, schwindende Akzeptanz von Hauptschulen, demografischer Wandel... Wie sieht künftig die Schullandschaft (Sekundarbereich) in Velen und Ramsdorf aus? Im kommenden Jahr sollen die Weichen für die weitere Entwicklung gestellt werden. Das sagte Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr auf BZ-Anfrage. Hintergrund sind die Änderung des NRW-Schulgesetzes und die Entwicklung der Schülerzahlen vor Ort. Der Schulausschuss befasst sich während seiner nächsten Sitzung (Montag, 7. November, ab 17 Uhr im Rathaus) mit dem Thema.
Dabei informiert der Bürgermeister auch über ein Gespräch bei der Bezirksregierung Münster. Die Teilnehmer: Dr. Schulze Pellengahr und Velens Erster Beigeordneter Dr. Thomas Brüggemann sowie Heidens Bürgermeister Heiner Buß und Hauptamtsleiterin Heike Twyhues.
Denn: Die Nachbarkommunen Velen und Heiden möchten bei der Neuorganisation der Schulstruktur die gewachsene Zusammenarbeit ausbauen und miteinander kooperieren (die BZ berichtete).
Bei ihrer ursprünglichen Überlegung - die zwei Hauptschulen beider Orte und die Realschule in einer Verbundschule an drei Standorten zu führen - hatte die Bezirksregierung im vergangenen Jahr allerdings abgewunken. „Nicht genehmigungsfähig“ - so lautete seinerzeit die Einschätzung aus Münster.
Nachdem die Verbundschule vom Tisch ist, eröffnen sich durch die Änderung des NRW-Schulgesetzes mit dem neuen Modell der „Sekundarschule“ jedoch weitere Perspektiven für eine mögliche „Schul-Ehe“.
Den Vorteil erläuterte Dr. Schulze Pellengahr so: Wenn sich mehrere kleinere Gemeinden mit geringer Schülerzahl als Träger zusammenschließen, könne die Sekundarschule in ländlichen Regionen an zwei oder mehr Standorten geführt werden. Dies lasse das Gesetz jetzt durchaus zu. Die im Einzelfall gewählte Aufteilung der Jahrgänge müsse pädagogisch sinnvoll und schulorganisatorisch möglich sein.
Die neue Sekundarschule umfasst die Jahrgänge fünf bis zehn, und sie ist mindestens dreizügig mit 25 Schülern pro Klasse. Sie bereitet die Schüler sowohl auf die berufliche Ausbildung als auch auf die Hochschulreife vor.
Die Bezirksregierung wolle diese Variante prüfen, beschrieb Dr. Schulze Pellengahr ein Ergebnis des ersten „Auslotungsgesprächs“ in Münster. Es gebe noch Klärungsbedarf. Die obere Schulbehörde habe aber auch darauf hingewiesen, dass die Gemeinden über weitere Varianten nachdenken sollten:
„Es ist alles noch völlig offen“, unterstrich er, dass noch nicht entschieden sei, welches Modell für die Gemeinde Velen oder für Velen und Heiden unter schulorganisatorischen und pädagogischen Aspekten in Frage komme.
Er betonte: Erstmal laufe der Betrieb an der Real- und an der Hauptschule so weiter wie bisher. „Jeder Schüler, der dort anfängt, hat die Garantie, dass er seinen Abschluss auch in dieser Schulform machen kann.“ Eltern müssten also nicht besorgt sein.
Zum Thema: Auf dem Prüfstand
In den nächsten Monaten wird das Schulangebot in Velen und Ramsdorf (Sekundarbereich) auf den Prüfstand gestellt. Diesen Fahrplan schlägt die Verwaltung dem Schulausschuss vor: Eine Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema befassen. Ihr sollen angehören: Bürgermeister, Erster Beigeordneter sowie jeweils zwei Vertreter der Realschule Velen/Ramsdorf und der Paulus-Hauptschule. Wenn es um Kooperationsmöglichkeiten mit Heiden geht, sollen Vetreter von dort einbezogen werden. Die AG soll Ende April eine Empfehlung für das weitere Vorgehen vorlegen. Änderungen der Schulstruktur seien frühestens 2013/2014 zu erwarten. "Vorfestlegungen (...), dass eine bestimmte Schulform aufgelöst werden muss, gibt es hierbei bisher nicht", betont die Verwaltung. Der Bestand der Haupt- und Realschule in der Gemeinde seien derzeit nicht gefährdet. -git-
Quelle: Borkener Zeitung, 05. November 2011
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