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 17.02.2001


Michael Giebing (r.) betreut die Jungen und Mädchen beim Silentium          Foto: rpl

Schüler kommen freiwillig
Aufgabenbetreuung der Ludgerus-Schule wieder aktiv

Heiden (rpl). "Silentium": Wem allein das Wort längst verdrängte Erinnerungen an den düsteren Lernsaal eines Knaben-Internates mit eichenen Schulbänken und einem gestrengen Magister in Erinnerung. ruft, der muss zumindest in der Düwelsteen-Gemeinde gewaltig umdenken.
Was sich an der Ludgerusschule hinter dem altertümlichen Begriff "Silentium" verbirgt, ist eine Errungenschaft, die bei weitem nichts mit Nachsitzen oder Strafpauken zu tun hat: Einmal in der Woche - immer am Donnerstagnachmittag - erhalten Schüler aller Klassen hier von zwei Lehrern Hilfestellung beim Erledigen ihrer Hausaufgaben oder bei der Vorbereitung von Klassenarbeiten.
"Das besondere an unseren Silentien ist die offene Form", erläutern die Lehrer Ewald Meis und Michael Giebing, die seit vielen Jahren die Aufgabenbetreuung übernommen haben. "Die Schüler sind absolut freiwillig hier, sie brauchen sich nicht fest anzumelden, und sie können kommen und gehen, wann sie wollen."
Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es die Silentien an der Ludgerusschule schon - im vergangenen Schuljahr war der freiwillige Nachhilfeunterricht für eine Zeit lang ausgesetzt. Nach etwa sechsmonatiger Pause begann in dieser Woche die Aufgabenbeaufsichtigung erneut. "Es gab im vergangenen Jahr ein Missverständnis zwischen Schule und Gemeinde über die Finanzierung", erläuterte Bürgermeister Heiner Buß im Gespräch mit der BZ die Hintergründe der sjlentienfreien Zeit. Die Schulleitung, so Buß, hatte geglaubt, die Mittel fiir die Hausaufgabenbetreuung seien ausgeschöpft. Darauf hin wurde die Betreuung vorerst abgesetzt. Nachdem in diesem Haushaltsjahr 4200 Mark - das sind 1000 Mark mehr als im Vorjahr für die Aufgabenbetreuung im Haushaltsplan ausgewiesen wurden, konnten die bewährten Silentien wieder aufgenommen werden.