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 27.02.2001

Zivilcourage zeigen und Strategien
gegen das Wegsehen entwickeln
Buß: "Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft mit Aktionen begegnen"
Heiden (hhk). Registrierte Gewalttaten mit rechtsradikalem Hintergrund gibt es in der Düwelsteen-Gemeinde nicht. Gleichwohl halten es Vertreter von Kirchen, Schulen, Polizei und Verwaltung für sinnvoll, Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft bei jungen Leuten mit gezielten Aktionen zu begegnen.
Ideen sammelten in dieser Woche bei einem Gespräch im Rathaus Helga Schulte (Marien-Grundschule), Norbert Konicek (Ludgerus-Hauptschule, Albert Höing (Kripo), Hans-Joachim Pitzen (Polizei Heiden), Uwe Maschofski (Jugendwerk) sowie Bürgermeister Heiner Buß und sein allgemeiner Vertreter, Bernhard Schmidt. Am Ende des Gesprächs standen eine Fülle von Anregungen, die bis zum 5. April auf ihre Realisierung abgeklopft werden sollen. Dann wollen sich die Mitglieder der Gruppe Pfarrer Jung von der evangelischen Kirchengemeinde war beim ersten Treffen verhindert erneut zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beschließen. Denkbar ist nach Angaben von Bürgermeister Buß, dass die geplante Uganda-Fahrt der katholischen Kirchengemeinde mit jungen Erwachsenen gefördert wird. Gute Chancen hat bei dem Gremium auch die Kolpingjugend Heiden, die ein Bildungswochenende unter der Überschrift „Aggression Strategien gegen das Wegsehen“ anbot (weiterer Bericht dazu folgt in der BZ). Mehrere 100 Mark könnte auch die Ludgerus-Hauptschule für ein Projekt einstreichen. Unabhängig von diesen Geldspritzen soll am 9. November (Tag der Reichskristallnacht) eine zentrale Veranstaltung in Heiden auf die Beine gestellt werden, mit der die Initiatoren breite Kreise der Bevölkerung erreichen wollen. So wurde vorgeschlagen, eine Person des öffentlichen Lebens wie die Schauspielerin Iris Berben zu gewinnen. Auf der Vorschlagsliste des Gremiums steht ferner ein Workshop mit Referenten, Ausstellungen und Rollenspielen, bei denen die Teilnehmer fiktiv in einem fremden Land zurecht kommen müssen. Außerdem soll das Prozedere eines Asylbewerberverfahrens beleuchtet werden. Finanziert werden die Projekte mit Landesmitteln. Heiden erhält wie die anderen Kommunen in NRW einen Pauschalbetrag von einer Mark pro Einwohner. Folglich können rund 7686 Mark ausgegeben werden. Die Aktion wurde vom damaligen Innenminister Schnoor ins Leben gerufen, als Unterkünfte in Solingen und Wuppertal in Flammen aufgingen. Bei der Runde im Heidener Rathaus wurde deutlich, dass vor allem die verbale Gewalt zunehme. „Viele merken gar nicht mehr, wie sie reden“, so ein Teilnehmer.


Die Teilnehmer der Initiatorenrunde im Heidener Rathaus gegen Gewalt. Sie wollen Strategien gegen das
 Wegsehen entwickeln (v.r.): Terliesner, Schulte, Höing, Pitzen, Konicek, Maschowski und Buß.   Foto: hhk