Heiden (pd/hhk). Im Frühjahr
haben die Schulgarten-Gruppen an der Ludgerusschule Nistblöcke für Wildbienen
erstellt. Die Blöcke zieren nun eine Wildbienenwand im Schulgarten und bieten
weitere interessante Beobachtungsmöglichkeiten im vielseitigen Schulgarten.
Gespannt warten die Schüler jetzt auf den Einzug der Bewohner, die während
einer Kleintiersafari im Schulgarten beim Einrichten ihrer Wohnungen oder beim
Eintragen von Blütenstaub und Nektar beziehungsweise Insekten erlebt werden können.
"Allein hätten wir das nicht geschafft", betont Biologie-Lehrerin
Elke Berg und dankt allen Helfern für ihre tatkräftige Unterstützung. Die Pädagogin
unterrichtet seit August 1999 an der Schule und kümmert sich um das Schulgarten
Sie trat das Erbe von Gerhard Weber an, der als Biologie-Lehrer die Natur Anfang
der 80-er Jahre an die Schule geholt hatte.
Ungefähr 500 verschiedene Wildbienenarten leben in Deutschland. Sie sind aber -
im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Hausbiene - kaum bekannt. "Dabei sind
diese Tiere ebenso nützlich, da sie die Pflanzen im Garten bestäuben",
erklärt die Biologie-Lehrerin. Durch Gifteinsatz in Gärten und fehlende Nistmöglichkeiten
seien viele Wildbienenarten leider bereits gefährdet, meint sie.
Im Gegensatz zur Honigbiene bilden die Wildbienen keine Staaten, sondern jede
Biene sorgt alleine für ihren Nachwuchs. Dazu benötigt sie einen sicheren
Hohlraum, zum Beispiel hohle Pflanzenstängel oder einen Bohrgang im Holz, den
sie mit Proviant (Blütenstaub und Nektar) für ihren Nachwuchs versieht, ein Ei
ablegt und den Hohlraum verschließt.
Wildbienen leben meist nur einen Sommer lang, bestäuben Pflanzen und bauen
Brutröhren. Ihren Nachwuchs lernen sie nicht kennen. Der entwickelt sich in der
Brutröhre und überwintert, um die Bienengeneration für das kommende Jahr zu
bilden.
Interessant für den Garten sind auch die Wildwespen, die ebenfalls Brutröhren
im Holz nutzen. Sie sammeln für ihren Nachwuchs Insekten, zum Beispiel Raupen,
Blattläuse oder Käfer und Spinnen. Sie tragen so zur biologischen Schädlingsbekämpfung
im Garten bei. "Mit den beiden Wespenarten, die uns im Spätsommer am
Kaffeetisch lästig werden, dürfen diese nützlichen und ebenfalls einzeln
lebenden Tiere nicht verwechselt werden", sagt die Lehrerin. |
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Wildbienen sollen die Brutröhren im Holz nutzen.
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Wer selbst interessante
Beobachtungen machen oder die nützlichen Gartenhelfer anlocken möchte, der
kann einen Holzblock mit Bohrlöchern (zwei bis zehn Millimeter) versehen und
diesen an eine sonnige, regengeschützte Hauswand hängen. so der Tipp. Die
Wildbienen als Gartenhelfer werden es danken und - keine Angst - Wildbienen sind
völlig ungefährlich, sie stechen Menschen nicht. |