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 07.06.2001

Wohnungen für Wildbienen im Schulgarten
Projekt an der Ludgerusschule


Siebt- und Achtklässler der Ludgerusschule in Heiden präsentieren ihre neue Wand samt 
Dach für Wildbienen im Schulgarten.Fotos: hhk

Heiden (pd/hhk). Im Frühjahr haben die Schulgarten-Gruppen an der Ludgerusschule Nistblöcke für Wildbienen erstellt. Die Blöcke zieren nun eine Wildbienenwand im Schulgarten und bieten weitere interessante Beobachtungsmöglichkeiten im vielseitigen Schulgarten.
Gespannt warten die Schüler jetzt auf den Einzug der Bewohner, die während einer Kleintiersafari im Schulgarten beim Einrichten ihrer Wohnungen oder beim Eintragen von Blütenstaub und Nektar beziehungsweise Insekten erlebt werden können.
"Allein hätten wir das nicht geschafft", betont Biologie-Lehrerin Elke Berg und dankt allen Helfern für ihre tatkräftige Unterstützung. Die Pädagogin unterrichtet seit August 1999 an der Schule und kümmert sich um das Schulgarten Sie trat das Erbe von Gerhard Weber an, der als Biologie-Lehrer die Natur Anfang der 80-er Jahre an die Schule geholt hatte.
Ungefähr 500 verschiedene Wildbienenarten leben in Deutschland. Sie sind aber - im Gegensatz zu ihrer Verwandten, der Hausbiene - kaum bekannt. "Dabei sind diese Tiere ebenso nützlich, da sie die Pflanzen im Garten bestäuben", erklärt die Biologie-Lehrerin. Durch Gifteinsatz in Gärten und fehlende Nistmöglichkeiten seien viele Wildbienenarten leider bereits gefährdet, meint sie.
Im Gegensatz zur Honigbiene bilden die Wildbienen keine Staaten, sondern jede Biene sorgt alleine für ihren Nachwuchs. Dazu benötigt sie einen sicheren Hohlraum, zum Beispiel hohle Pflanzenstängel oder einen Bohrgang im Holz, den sie mit Proviant (Blütenstaub und Nektar) für ihren Nachwuchs versieht, ein Ei ablegt und den Hohlraum verschließt.
Wildbienen leben meist nur einen Sommer lang, bestäuben Pflanzen und bauen Brutröhren. Ihren Nachwuchs lernen sie nicht kennen. Der entwickelt sich in der Brutröhre und überwintert, um die Bienengeneration für das kommende Jahr zu bilden.
Interessant für den Garten sind auch die Wildwespen, die ebenfalls Brutröhren im Holz nutzen. Sie sammeln für ihren Nachwuchs Insekten, zum Beispiel Raupen, Blattläuse oder Käfer und Spinnen. Sie tragen so zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Garten bei. "Mit den beiden Wespenarten, die uns im Spätsommer am Kaffeetisch lästig werden, dürfen diese nützlichen und ebenfalls einzeln lebenden Tiere nicht verwechselt werden", sagt die Lehrerin.


Wildbienen sollen die Brutröhren im Holz nutzen.

Wer selbst interessante Beobachtungen machen oder die nützlichen Gartenhelfer anlocken möchte, der kann einen Holzblock mit Bohrlöchern (zwei bis zehn Millimeter) versehen und diesen an eine sonnige, regengeschützte Hauswand hängen. so der Tipp. Die Wildbienen als Gartenhelfer werden es danken und - keine Angst - Wildbienen sind völlig ungefährlich, sie stechen Menschen nicht.