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Heiden. Seit dem Sommer wartete die Klasse 7 b der Ludgerusschule auf den Hinweis ihres Klassenlehrers Gerd Hieronimus, und jetzt war's endlich so weit: Die lang ersehnte Lesenacht in der Schule fand statt. Hier der Bericht von Klasse und Lehrer:
Schon Tage vorher wurden Pläne geschmiedet und Überlegungen angestellt, wie diese Nacht wohl ablaufen würde. "Müssen wir die ganze Zeit lesen?" "Dürfen wir uns unterhalten?" "Wann wird das Licht ausgemacht?" "Sind Taschenlampen erlaubt?" Das waren nur einige der Fragen, die bei der Vorbereitung diskutiert wurden.
Gemeinsames Tun, sich Verstehen, sich auch Riechen können und nicht zuletzt die Kinder vom Fernseher und/oder Computer weg zu bekommen das waren wichtige Überlegungen, die allen Verantwortlichen die Zustimmung zu der Aktion erleichtert hatten.
Am Abend selbst ging's zunächst in die Schulküche, wo die Schüler unter Leitung des Klassenlehrers und Hobbykochs Hieronimus das Abendessen zubereiteten. Pizza war angesagt. Nach einer kurzen Einführung schnibbelten und kneteten alle emsig herum. Als der Hefeteig erst einmal gehen musste, wurde das Musikzimmer zum Schlaf-/Leseraum umfunktioniert. Da wurden Luftmatratzen aller Größen aufgeblasen, Leitungen verlegt und Nachttischlampen angeschlossen, bis endlich alle ihren Platz gefunden hatten.
Nach dem Abendessen die Küche erstrahlte inzwischen wieder im alten Glanz startete die eigentliche Lesenacht. Zunächst lasen einige Schüler einen Weihnachtstext mit verschiedenen Rollen. Als Einstimmung war dies schon etwas Besonderes.
Doch dann ging's richtig los. Geraschel hier, Gemurmel dort, Flüstern in dieser Ecke, Gekicher in der anderen, und gelesen wurde auch. Einige schafften fast ein halbes Buch, andere waren so von der Atmosphäre fasziniert, dass sie nicht über zehn Seiten hinaus kamen. Irgendwann wurde es etwas ruhiger und plötzlich war es für Sekunden mucksmäuschenstill.
Aber was war denn das? Die zwei Mütter, die bei der Aktion halfen, waren ermüdet von der harten Tagesarbeit beide so ziemlich zur gleichen Zeit eingeschlafen und "sägten" nun kräftig los. Natürlich purzelten fast alle Schüler von den Luftmatratzen vor Lachen und Gekicher, doch das störte die beiden absolut nicht. Sie schliefen weiter und wurden erst am nächsten Morgen zu ihrer Überraschung von ihrem "ergötzlichen Tun" unterrichtet.
Aber auch das störte sie nicht, und alle zusammen genossen sie noch das ausgiebige Frühstück. Einigen Jungen und Mädchen konnte man die relativ kurze Nacht wohl ansehen, was sich auch durch gelegentliche Unsicherheiten in der Konzentration bei einem kleinen Spiel zeigte.
Gegen zehn Uhr jedoch waren dann alle Schüler und Schülerinnen abgeholt, und Gerd Hieronimus konnte sich zufrieden nach Hause begeben um die versäumte Nachtruhe nach zu holen.

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