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Übersicht 00/01

Bei den Arbeiten für unseren Wettbewerbsbeitrag zum Road-Ahead-Prize 2000 (50 Jahre BRD) konnten wir Harold Lewin aus der jüdischen Gemeinde Recklinghausen als Zeitzeugen gewinnen. Er lud uns zu einem Vortrag in die Synagoge nach Recklinghausen ein. Die jetzige 10B kam dieser Einladung am 1. 12. nach.



In der letzten Woche besichtigte die Klasse 10B der Ludgerusschule mit ihrem Klassenlehrer Wilfried Hackenbroch die Synagoge in Recklinghausen. Zur Sicherheit ist die Synagoge mit Panzerglas, Bewegungsmeldern und Kameras ausgestattet. Alle Besucher, die die Synagoge betreten, werden gefilmt und die Fotos vernichten sich nach 36 Stunden automatisch.
Am Eingang der Synagoge wurden wir von Herrn Lewin begrüßt. Bevor die Jungen und unser Lehrer die Synagoge betraten, mussten sie alle ein "Käppchen" (Kipa) aufsetzen. Herr Lewin erzählte uns von den verschiedenen Gruppen, angefangen von Benediktiner-Mönchen über Polizei-Schüler, Gymnasiasten, Realschüler bis zu ganz Kleinen, die mit ihren Müttern und Erzieherinnen die Synagoge besuchen.
Im Verlauf des weiteren Gespräches erfuhren wir auch, warum es im Judentum Pflicht ist, bei bestimmten Anlässen eine Kopfbedeckung zu tragen.
Herr Lewin erklärte uns den Bau der Synagoge, wählte bestimmte Gegenstände aus und erklärte ihre Bedeutung, wie z.B. den siebenarmigen Leuchter, den Baldachin in der Synagoge, die Thora-Rollen und erklärte u.a. die Bedeutung des jüdischen Festes Chanukka. Er erzählte uns die Geschichte des jüdischen Volkes, im Wesentlichen ein Schnelldurchgang durch das Alte Testament. Er machte die Geschichte der Juden an den Symbolfenstern fest, die in der Synagoge zu sehen sind (Glasfenster vom brennenden Dornenbusch bis zur Verkündung der 10 Gebote am Berg Sinai).
Ferner erläuterte er uns den Ablauf eines jüdischen Gottesdienstes. Er zeigte uns wie neu angekommene russische Juden, die kein Wort hebräisch lesen können, trotzdem aktiv an der Feier teilnehmen.
Zur jüngsten jüdischen Geschichte wollte er sich ungern äußern, da man diese schrecklichen und grausamen Erlebnisse nicht in Worte fassen kann und da er es in erster Linie als Aufgabe ansieht, den jungen Menschen die jüdische Religion und ihre Geschichte aus der Sicht des Juden zu vermitteln.
Jedoch ermahnte er in seinen Schlussworten unsere Generation, nicht zu vergessen, welche Verbrechen im Namen des deutschen Volkes geschehen sind.
 

Das Wissen über das Judentum beschränkt sich oft auf das leidvolle Schicksal der Juden unter dem Nazi-Regime. Diese Zeit darf nicht vergessen werden!
Wer sich auch darüber hinaus über die Religion, die Geschichte und die Kultur des jüdischen Volkes informieren möchte, findet mit dem nebenstehenden Link einen passenden Einstieg.

Informationen über das Judentum

http://www.oppisworld.de/zeit/juden/