Der richtige Job ist das
halbe Leben
KAB öffnet
Achtklässlern die Türen: Ludgerusschüler zu Besuch in der Arbeitswelt

Einen Einblick in ihren Arbeitsalltag
gab Britta Wanning ihren Besuchern im Büro.
Heiden (hhk). Die KAB öffnete
gestern Türen. Elf Dienstleister und Betriebe hießen in Heiden, Borken
und Raesfeld Achtklässler der Ludgerus-Schule willkommen. "Wir
haben die Betriebe angeschrieben, um Unterstützung gebeten und
begleiten die jungen Leute", erläutert KAB-Bezirkssekretär
Benedikt Kemper den Hindergrund für den Tag der Berufserkundung.
Bereits zum dritten Mal schlagen die Mitglieder der Katholischen
Arbeitnehmer-Bewegung Brücken zwischen angehenden Azubis und
potentiellen Arbeitgebern. Mitunter mündete der erste Kontakt in einen
Ausbildungsvertrag.
Beispiel Brüninghoff in Heiden, wo derzeit 25 Auszubildende in fünf
Berufsbildern auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet werden. Die Brüninghoff-Mitarbeiter
können aus Beton, Holz und Stahl Hallen bauen. Dafür sind sie seit
vielen Jahren bekannt.
In den Büros und in den Produktionsstätten an der Heidener
Industriestraße machten einige Gruppen der Hauptschüler Station und
erhielten interessante Einblicke in die Arbeitswelt der Hallenbauer.
Zeit für die jungen Besucher nahm sich etwa Britta Wanning. Die Bürokauffrau
verwaltet Aufträge und Arbeiter. Das muss sein, denn deren Stunden müssen
angehalten, Monteure mit Geld für Hotelübernachtungen ausgestattet und
Tachoscheiben von Lkw im Auge behalten werden.
Ihr macht der Job sichtlich Spaß und sie ermuntert die Besucher:
"Ihr könnt Euch gerne für ein Praktikum bewerben." Letzteres
wird die Schüler bald beschäftigen. Denn im September werden sie - so
sieht es der Fahrplan vor - die Schulbank verlassen und in die
Arbeitswelt abtauchen.
Die Gruppe wird von Wilhelm Lütkenhaus begleitet. Der Schreiner im
Ruhestand, seit vielen Jahren in der KAB, kennt die Arbeitsalltag aus
dem Effeff, war Maschinenführer und sah sich als "Mädchen für
alles" im Betrieb. Er meint, es sei selbstverständlich, den jungen
Leuten bei der nicht leichten Berufsfindung zu helfen und Brücken zu
bauen. Der richtige Job ist schließlich das halbe Leben.
So gibt es in Deutschland schon 370 staatlich anerkannte
Ausbildungsberufe. Für Chris Albersmann (15) existiert die Qual der
Wahl nicht mehr. Er möchte künftig gerne im Kfz-Bereich seine Brötchen
verdienen, findet den Besuch trotzdem interessant.
"Gute Leute, besonders qualifizierte Handwerker sind überall
willkommen", berichten übereinstimmend KAB-Bezirkssekretär
Benedikt Kemper, Zimmerermeister Ludger Schenke und Metallbaumeister
Ludger Bücker. Sie lassen sich gern in die Karten gucken und sprechen
über ihren Beruf. Was sollte der ideale Azubi mitbringen? Ludger
Schenke muss nicht lange überlegen. Er sollte kräftig sein, rechnen können
und über ein räumliches Denkvermögen verfügen, wünscht er sich.

Wie funktioniert eine CNC-Maschine in der Schreinerei? Unser Bild zeigt
Schüler sowie
Benedikt Kemper (KAB), die Brüninghoff-Mitarbeiter Kassem Elhage,
Ludger Schenke
und Ludger Bücker. Foto:
hhk
An der CNC-Maschine zeigt Tischlermeister Kassem Elhage den Schülern
dann, wie von Geisterhand gesteuert, ein Becher und ein Dachüberstand
entsteht. Die jungen Besucher sind beeindruckt. An der Maschine, die der
gebürtige Libanese mit der deutschen Staatsbürgerschaft bedient, ist
etwa nach den Plänen von Schenke das "grüne Klassenzimmer"
an der Marien-Grundschule zugeschnitten worden.
Die Stippvisiten in den Betrieben werden aufgearbeitet. "Wir müssen
einen Bericht schreiben", sagt Sarah Ising (14).
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