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 26.06.2002
 
Der richtige Job ist das halbe Leben
KAB öffnet Achtklässlern die Türen: Ludgerusschüler zu Besuch in der Arbeitswelt


Einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gab Britta Wanning ihren Besuchern im Büro.

Heiden (hhk). Die KAB öffnete gestern Türen. Elf Dienstleister und Betriebe hießen in Heiden, Borken und Raesfeld Achtklässler der Ludgerus-Schule willkommen. "Wir haben die Betriebe angeschrieben, um Unterstützung gebeten und begleiten die jungen Leute", erläutert KAB-Bezirkssekretär Benedikt Kemper den Hindergrund für den Tag der Berufserkundung.
Bereits zum dritten Mal schlagen die Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Brücken zwischen angehenden Azubis und potentiellen Arbeitgebern. Mitunter mündete der erste Kontakt in einen Ausbildungsvertrag.
Beispiel Brüninghoff in Heiden, wo derzeit 25 Auszubildende in fünf Berufsbildern auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet werden. Die Brüninghoff-Mitarbeiter können aus Beton, Holz und Stahl Hallen bauen. Dafür sind sie seit vielen Jahren bekannt.
In den Büros und in den Produktionsstätten an der Heidener Industriestraße machten einige Gruppen der Hauptschüler Station und erhielten inter­essante Einblicke in die Arbeitswelt der Hallenbauer.
Zeit für die jungen Besucher nahm sich etwa Britta Wanning. Die Bürokauffrau verwaltet Aufträge und Arbeiter. Das muss sein, denn deren Stunden müssen angehalten, Monteure mit Geld für Hotelübernachtungen ausgestattet und Tachoscheiben von Lkw im Auge behalten werden.
Ihr macht der Job sichtlich Spaß und sie ermuntert die Besucher: "Ihr könnt Euch gerne für ein Praktikum bewerben." Letzteres wird die Schüler bald beschäftigen. Denn im September werden sie - so sieht es der Fahrplan vor - die Schulbank verlassen und in die Arbeitswelt abtauchen.
Die Gruppe wird von Wilhelm Lütkenhaus begleitet. Der Schreiner im Ruhestand, seit vielen Jahren in der KAB, kennt die Arbeitsalltag aus dem Effeff, war Maschinenführer und sah sich als "Mädchen für alles" im Betrieb. Er meint, es sei selbstverständlich, den jungen Leuten bei der nicht leichten Berufsfindung zu helfen und Brücken zu bauen. Der richtige Job ist schließlich das halbe Leben.
So gibt es in Deutschland schon 370 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Für Chris Albersmann (15) existiert die Qual der Wahl nicht mehr. Er möchte künftig gerne im Kfz-Bereich seine Brötchen verdienen, findet den Besuch trotzdem interessant.
"Gute Leute, besonders qualifizierte Handwerker sind überall willkommen", berichten übereinstimmend KAB-Bezirkssekretär Benedikt Kemper, Zimmerermeister Ludger Schenke und Metallbaumeister Ludger Bücker. Sie lassen sich gern in die Karten gucken und sprechen über ihren Beruf. Was sollte der ideale Azubi mitbringen? Ludger Schenke muss nicht lange überlegen. Er sollte kräftig sein, rechnen können und über ein räumliches Denkvermögen verfügen, wünscht er sich.


Wie funktioniert eine CNC-Maschine in der Schreinerei? Unser Bild zeigt Schüler sowie
Benedikt Kemper (KAB), die Brüninghoff-Mitarbeiter Kassem Elhage, Ludger Schenke
und Ludger Bücker.Foto: hhk
 
An der CNC-Maschine zeigt Tischlermeister Kassem Elhage den Schülern dann, wie von Geisterhand gesteuert, ein Becher und ein Dachüberstand entsteht. Die jungen Besucher sind beeindruckt. An der Maschine, die der gebürtige Libanese mit der deutschen Staatsbürgerschaft bedient, ist etwa nach den Plänen von Schenke das "grüne Klassenzimmer" an der Marien-Grundschule zugeschnitten worden.
Die Stippvisiten in den Betrieben werden aufgearbeitet. "Wir müssen einen Bericht schreiben", sagt Sarah Ising (14).