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Übersicht 01/02

02.04.2002
 


Ohne dass die Erwachsenen Regie führen, ziehen die Jungen an
den stillen Tagen durch die Bezirke in Heiden und rädeln lautstark.
 

Imbiss aus Spiegeleiern als Wegzehrung
Rädler sammelten über 80 Paletten voller Eier und Süßigkeiten gleich waschkörbeweise

Heiden (pv). In eine große "Warenannahme" verwandelte sich am Samstagabend die Garage bei der Familie Kreienkamp. Etliche Bollerwagen rollten auf den Hof, um nach dem Rädeln Eier und Süßigkeiten zu bringen. Schließlich sollte jeder der 48 Kinder und Jugendlichen, die an Gründonnerstag, Karfreitag und am Samstag die Kirchturmglocken durch ihre Rädeln ersetzt hatten, seinen Anteil bekommen.
 

So stapelten sich auf Regalen, Tischen und dem Fußboden weit über 80 Paletten voller Eier.
Marc Kreienkamp (16) war in diesem Jahr der Oberrädelführer. "Das ist der älteste Rädler, der in den letzten drei Jahren immer dabei war", erklärte er die Regeln. Der Oberrädelführer muss die Bezirke einteilen und ist zudem für die Pressearbeit zuständig. "Von den sieben Bezirken ist der Surk der größte", erläuterte er.

Zufriedene Gesichter bei den Rädlern: Die Garage der Familie Kreienkamp verwandelte sich in eine "Warenannahme".   Fotos: pv
 
Aber auch dorthin zogen die unermüdlichen Rädler zu Fuß. Unterwegs stärkten sich die Jungen: natürlich mit Spiegeleiern, die sie auf einem kleinen Brenner zubereiteten.
"Rund 15 Stunden waren wir an den drei Tagen im Einsatz", rechneten Bernd Lohaus und Max Conrad zusammen. Als Rädelführer sperrten sie für ihre Gruppen die Straßen ab und passten auf die Kleinsten auf.
Der jüngste Rädler war in diesem Jahr mit sieben Jahren Dominik Einck, "der ist die ganze Strecke mitgelaufen", so die Rädelführer.
Außergewöhnliches sei in diesem Jahr nicht passiert. Nur einmal habe eine Frau am Maibökenplatz mit ihrem Pkw stark bremsen müssen, berichtete Kreienkamp. "Sie hat uns offenbar nicht gesehen und wohl auch nicht gehört."
Viele Zugezogene in den Neubaugebieten haben zum ersten Mal das laute Knattern der Rädeln gehört. Ihnen hätten die Jugendlichen erst einmal den Brauch erklären müssen - dann habe es auch dort unzählige Eier und Süßigkeiten gegeben. Sie füllten nicht nur sieben große Wäschekörbe, sondern ließen zudem noch einen gelben Sack aus den Nähten gehen. Das Geld, das beim traditionellen Rädeln ebenfalls gesammelt wurde, will die Gruppe übrigens der Lebenshilfe spenden.