Startseite



Übersicht 01/02

22.03.2002


540 Pflanzen in 
den Heidener
Wald gesetzt

Siebtklässler sind der 
Natur auf der Spur

Heiden (hhk). Naturunterricht zum Anfassen genießen die Schüler der 7 b an der Ludgerus-Schule. Gestern gingen sie einen Vormittag lang in den Wald.

 

Rotbuchen und Stileichen pflanzten die Schüler der 7b  im Ge-
 meindewald an der Rekener Straße unweit der Freilichtbühne
Fotos: hhk

 
Lars Müller schwelgt in Superlativen. "Das ist der beste Tag", sagt der 14-Jährige und strahlt dazu. Und was für ihn noch dazu kommt: "In zwei Tagen bekommen wir Osterferien." Lars war gestern einer der vielen glücklichen Siebtklässler, die ihren Arbeitseinsatz im Gemeindewald an der Freilichtbühne genossen.
Unter der Regie von Biologielehrerin Elke Berg, Revierförster Werner Vogt und Forstwirtschaftsmeister Jörg Hoffmann brachten die eifrigen Hauptschüler 540 Pflanzen in den Boden. Zu einem Preis von 70 Cent je Stück hatte der Revierförster Rotbuchen und Stileichen aus einer Baumschule in Hünxe besorgt.
Schön aufgereiht lag das Pflanzmaterial am Boden und wartete auf die fleißigen Hände. Damit die Schüler nicht alle Löcher auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal ausheben mussten, bohrten Mitarbeiter eines Unternehmen die Löcher 40 Zentimeter tief in den Waldboden. In drei Gruppen zogen die Schüler los und brachten die Pflanzen in den Boden.
Sabrina Dünnewald betrat betrat jedenfalls kein Neuland. "Meine Tante hat einen Wald. Und da habe ich auch schon beim Pflanzen geholfen", berichtet die 13-Jährige.
"Bereits im vergangenen Jahr waren wir hier und haben den Wald kartiert", erläutert die Biologie-Lehrerin die Geschichte des Vorhabens. Alles, was unter den Kiefern wuchs wie Brombeer- und Faulbaum-Sträucher nahmen die Kinder zu Protokoll und zeichneten das Material auf Karten ein.
 

Genossen das Frühstück im Wald: Benjamin Albersmann, Lars Müller und Sebastian Kruse
Dabei erfuhren die Schüler etwa, dass der Faulbaum seinen Namen deshalb trägt, weil beim Kratzen an der Rinde ein merkwürdiger Geruch zu Tage kommt.
Monate später waren die wissbegierigen Ludgerus-Schüler beim Einschlagen wieder zur Stelle und halfen beim Aufräumen. In der Schule lieferte die Lehrerin weiteren Stoff über den naturnahen Landschaftsteil Wald, der nicht nur der Erholung dient, sondern auch Einkommensquelle, Arbeitsplatz und Rohstofflieferant ist.

 
Bereits in aller Frühe schwangen sich die Schüler gestern auf die Räder und radelten zum Waldstück an der Rekener Straße. Allerdings waren sie mit Gegenständen ausgestattet, die sie an normalen Schultagen nicht einpacken. Viele hatten sich mit Thermoskannen und wärmendem Kakao für das Frühstück im Wald eingedeckt. Sie trugen Stiefel und festes Schuhwerk, hatten Regenjacken dabei, um Witterungswidernissen bis 13 Uhr trotzen zu können.
Revierförster Vogt verspricht sich von dem Projekt noch mehr als das Verständnis für das Wachsen und Gedeihen in der Natur. "Die Schüler bekommen hier etwas von unserem Berufsbild mit", sagt er, während er einem interessierten Schüler ein Messer gibt, aber zur Vorsicht beim Hantieren rät. Dazu besteht offenbar Veranlassung. Denn die Biologielehrerin musste kurz zuvor schon ein Pflaster rausrücken.
Mit der wuseligen Pflanzaktion war es gestern nicht getan. Die Siebtklässler aus der Hauptschule werden die Waldfläche im Auge behalten und "sehen, wie sie sich entwickelt", ist die Biologielehrerin Elke Berg zufrieden.
"Wenn es weiterhin so gut läuft, und wenn es gewünscht wird, machen wir gerne ähnliche Projekte", so der Revierförster.