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Übersicht 01/02

 
Schola - 21 „Vorhang auf. Projekte raus"
 

- Ein Projekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator -

Die Ludgerusschule hat das Projekt der Klasse 9a aus dem Schuljahr 1999/2000 "50 Jahre Bundesrepublik Deutschland" zu dem oben genannten Wettbewerb angemeldet. Hier kann man nun die Dokumentation, wie sie zum Wettbewerb eingereicht wurde, nachlesen. Alle Beiträge müssen bis Ende März eingereicht sein und sie werden unter der folgenden Internettadresse veröffentlicht: www.schola-21.de

 
Schüler, Lehrer, Partner

  • ehemalige Klasse 9a der Hauptschule Heiden im Schuljahr 1999/2000

  • Ewald Meis und Wilfried Hackenbruch

  • Persönlichkeiten „des öffentlichen Lebens", der Wirtschaft, der Medien, des Sports usw. und nicht zu vergessen die „kleinen Leute von nebenan", die zu den einzelnen Jahreszahlen der 50-jährigen Geschichte der BRD ihre Beiträge schrieben.

 

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9a

     

 
Auf welches Problem in den Bereichen Gesellschaft, Arbeitswelt und Kultur bezieht sich das Projekt?

Das Projekt umfasst aktuelle Themen der 50-jährigen Geschichte der BRD aus den verschiedensten und unterschiedlichsten Bereichen - von Geschichtsthemen über Persönlichkeiten, Porträts bis zu damaligen aktuellen Tagesereignissen und den schwierigen Problembewältigungen des „kleinen Mannes".

 

Titelbild zum Wettbewerb

     

 
Wie heißt das Projektmotto? Was ist das Projektziel?

Unser Projekt hieß: 50 Jahre Bundesrepublik Deutschland und wir nahmen damit an einem von Microsoft ausgeschriebenen Wettbewerb teil. Unser Ziel war es, anhand von Zeitzeugen, die die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus ihrer Sicht schilderten, die Erlebnisse und Ergebnisse lebendig und anschaulich zu dokumentieren. Diese Arbeit sollte dann im Informatikunterricht in Internetseiten umgesetzt und so Geschichtswissen mit persönlich Erlebtem und dem Umgang mit dem PC kombiniert werden.

 

Schülerinnen der 9a

     

 
Wie entstand die Idee zum Projekt? Wie wurde die Idee zum Projekt umgesetzt (Zeitabläufe, Arbeitsschritte, Arbeitsteilung)? Wie wurde das Projekt präsentiert?

Microsoft schrieb den Wettbewerb (Road Ahead Prize 2000) zum oben angegeben Thema aus. Zur Bearbeitung  des Themas hatten wir ein Jahr Zeit. Wir haben dann mit der Klasse gemeinsam überlegt, wie wir das Thema angehen könnten. Unsere Idee war, zu jeder Jahreszahl der 50-jährigen Geschichte ein Thema zu erarbeiten, eine Seite mit geschichtlichen und persönlichen Beiträgen zu erstellen und mit Bildern zu ergänzen.

 

Die 9a hat die Endrunde der besten 20 Schulen erreicht (Foto: BZ).

     

 
Dann wurden Persönlichkeiten angeschrieben, die zu den entsprechenden Jahren etwas aussagen konnten. Es sollte von vorne herein eine bunte Mischung werden. Wir baten sie, zu unserem Anschreiben Stellung zu nehmen, eine Geschichte zu schreiben, noch nicht veröffentlichte Erlebnisse zu erzählen oder Fragen zu beantworten, die wir im Brief formuliert hatten.

Nun wurden die einzelnen Themen in Gruppen bearbeitet. Zeitweise waren die Arbeitsbelastung und das zugesandte Material so umfangreich, dass wir den normalen Stundenplan aussetzen und mehrere Projekttage ansetzen mussten (vormittags und nachmittags).

Das galt auch besonders für die anschließende Arbeit, als unser Informatiklehrer Herr Meis die Ergebnisse mit der Klasse am Computer umsetzte.

Nach und nach wurden dann die Ergebnisse im Internet veröffentlicht. Am Ende waren ca. 300 Seiten entstanden und die Präsentation fand auch in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit. Die lokale Presse (Borkener Zeitung) berichtete mehrfach und schließlich wurde der Fernsehsender GIGA auf das Projekt aufmerksam und berichtete am 12.9.2000 live aus der Ludgerusschule - sicherlich ein Höhepunkt des Projekts. Etwa einen Monat später kamen dann die frischgedruckten Bücher aus der Druckerei. Darin ist auf 354 Seiten im DinA4-Format das gesamte Projekt dargestellt.

     

 
Was haben wir gelernt? Welchen Wert hat es für uns und für andere? Projekthöhepunkte? Zu welchen Bewertungen kam es im Verlauf und Ergebnis des Projektes? Welchen Beitrag hat das Projekt zur Schulentwicklung geleistet?

Wir haben gelernt, geschichtliche Themen und Ereignisse aus dem theoretischen und teilweise abstrakten Bezug des Geschichtsbuches zu lösen und sie mit den damals handelnden Persönlichkeiten, unserem Heimatort oder Bekannten zu verbinden. So wurden die 50 Jahre der BRD aus Geschichte und Geschichten für uns lebendig, und anschaulich und besser zu begreifen. Wir haben gelernt, Geschichte am Schicksal von Menschen aufzuzeigen: Spätheimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft, Überlebende des Untergangs der Pamir, Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut, Eisenbahnunglück in Eschede usw.

  

Moderator Florian vom Fernsehsender NBC-GIGA bei der Livesendung aus der Ludgerusschule am 12.9. 2000


     

Unser Projekt mit den einzelnen Jahresthemen soll als Aufhänger und als Anreiz dienen, sich mit der Geschichte unserer Bundesrepublik eingehender zu beschäftigen und sie durch die Umsetzung in Internet- bzw. Buchseiten für die nachfolgenden Schülergenerationen zu dokumentieren.

Erfreuliche Höhepunkte hat es während unserer Projektarbeit sehr viele gegeben, z.B. als wir viel Persönliches, Authentisches und bisher Unveröffentlichtes von „unseren" prominenten Persönlichkeiten und Zeitzeugen „von nebenan" bekamen, u.a. von Herrn Homuth, einem Brigadier des Arbeiteraufstandes 1953, der mit seinem Bautrupp aktiv am Aufstand in Ostberlin teilgenommen hatte, von Karl-Otto Dummer, einem Überlebenden der Pamir-Katastrophe 1957, zu dem wir nach langer Suche Kontakt herstellen konnten, von Herrn Vietor und Frau Pittelkow, dem Copiloten und einer Passagierin der Lufthansa-Maschine Landshut, die aus erster Hand von dem Horrorflug nach Mogadischu berichten, nicht zu vergessen unser Interview mit dem damaligen zuständigen Minister Herrn Wischnewski. Herr Prof. Keil, Adenauers Dolmetscher in Moskau und Adenauers Chefsekretärin Frau Dr. Poppinga haben uns als Zeitzeugen wertvolle Einzelheiten über den historischen Flug nach Moskau und zur Person Konrad Adenauers erzählt. Herr Knüwer, einer der zuletzt aus der Kriegsgefangenschaft in Russland Zurückgekehrten, der hier in Heiden nur einige Straßen weiter wohnt, hat uns ausführlich über seine Erlebnisse in der Gefangenschaft berichtet. (...)

Alle Höhepunkte, die wir während unseres Projektes erlebten, lassen sich hier nicht aufzählen, sondern sind nur durch Anklicken der entsprechenden Jahreszahlen ersichtlich.

An dem Wettbewerb nahmen etwa 450 Schulen, überwiegend Gymnasien, Berufskollegs, Gesamtschulen, ... und nur wenige Hauptschulen teil. Unser Projekt ist bis in die Finalrunde gekommen und als eines der besten 20 im Microsoft Road Ahead Prize 2000 beurteilt worden.

Da wir während unserer Projektarbeit immer wieder überrascht waren, wie bereitwillig und ausführlich unsere Zeitzeugen ihre Erfahrungen aufgeschrieben haben, hat die Schule sich entschlossen, das ganze Projekt auf unserer Homepage zu präsentieren und in überarbeiteter Form als Buch herauszubringen um für die nachfolgenden Schulklassen - angeregt durch die vielen Zeitzeugen - die Geschichte unserer Bundesrepublik als Unterrichtsmaterial (Geschichtsquelle) zur Verfügung zu stellen.

Somit soll es unseren Schülern ermöglicht werden, sich mit der Geschichte unserer Bundesrepublik näher zu beschäftigen und die geschichtlichen Zusammenhänge leichter erarbeiten und behalten zu können.

Heiden, März 2002

Wilfried Hackenbroch & Ewald Meis