Übersicht 02/03
 01.02.2003
 


Wer hat die Mumie am Wickel?
Premiere für Kriminalstück in der Hauptschulaula



Die Theatergruppe der Heidener Ludgerusschule mit ihren Lehrern heimste viel Beifall ein.     Foto: pv

Heiden (pv). Die Schüler der Ludgerus-Hauptschule verstehen sich nicht nur auf das Programmieren, sondern auch auf das Probieren, sind im Internet ebenso zu Hause wie auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Das stellten die Jungen und Mädchen der Theatergruppe der siebten und achten Klassen der Hauptschule am Donnerstagabend unter Beweis.
Seit nunmehr 21 Jahren spielen die Schüler dort Theater. Und da wird es nicht leichter, immer wieder Stücke zu finden, die die Schüler ansprechen und - noch schwieriger - genügend Rollen für 19 Schauspieler aufweisen. Da kam der Anruf von Christof Kämmerer im vergangenen Jahr gerade recht.
Durch die - buchstäblich - ausgezeichneten Internetseiten sei der Autor und Lehrer aus Bersenbrück bei Kloppenburg auf die Hauptschule aufmerksam geworden und habe Kontakt aufgenommen, berichtete Lehrer und Regisseur Michael Giebing. "Dem Autoren haben das Konzept und die Dekoration unserer Aufführungen gut gefallen", so Giebing, der darauf hinweist, dass die jungen Schauspieler bei der Gruppenarbeit vor allem Disziplin lernen müssten.
Da sei prompt das Angebot gekommen, den 13 bis 14 Jahre alten Ensemblemitgliedern ein Stück auf den Leib, oder besser, auf die Bandagen der Mumie zu schreiben. Und so lag am Donnerstag Premierenfieber bei der Uraufführung der Kriminalgeschichte in der Luft. "Das Amulett der Mumie" zog die Großeltern, Eltern, Geschwister und Klassenkameraden in ihren Bann.
Denn als ein kostbares Amulett aus dem Grab Ophtahs, dem Bruder des Tut ench Amun, gestohlen wird, stehen der Museumsdirektor und die Polizei vor einem Rätsel, an dem sich selbst Sherlock Holmes und sein Kollege Dr. Watson die Zähne ausgebissen hätten.
Doch wo ist nun das Amulett, und wo ist Frau Müller - im Reich der Toten, oder bei Isis und Osiris? Hat sie das Schmuckstück gestohlen? Fragen über Fragen, die die Götter auf den Plan rufen. Denn wer das Schmuckstück klaut, wird bestraft, was Frau Müller am eigenen Leib erfährt: "Zur Mumie gewickelt, die Eingeweide zerstückelt."
Doch schließlich haben die Tochter des Museumsdirektors und ihr Freund zwar nicht das Geheimnis um die Götter, dafür aber den Deckel des Sarkophags gelüftet. Und den "nimmt man nicht hoch wie einen Klodeckel", wie der Museumsdirektor erklärt. Mächtig ins Zeug gelegt hatten sich auch wieder Lehrerin Birgit Limberg und ihre zwölf Dekorateure. Sie verwandelten mit viel Liebe fürs Detail, mit geschickter Hand und Pappmaschee die Siebt- und Achtklässler in Pharaonen und Götter, in Polizisten, Museumsdirektoren und Hausmeister und versetzten das begeisterte Publikum mit den Wandmalereien in das Reich am Nil.
Das dankte mit lang anhaltendem Applaus. Da bestätigte sich die alte Bühnenweisheit wieder: "Missglückte Generalprobe, geglückte Premiere."