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Die Theatergruppe der Heidener
Ludgerusschule mit ihren Lehrern heimste viel Beifall
ein. Foto: pv
Heiden
(pv). Die Schüler der Ludgerus-Hauptschule verstehen sich nicht nur auf
das Programmieren, sondern auch auf das Probieren, sind im Internet
ebenso zu Hause wie auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Das
stellten die Jungen und Mädchen der Theatergruppe der siebten und
achten Klassen der Hauptschule am Donnerstagabend unter Beweis.
Seit nunmehr 21 Jahren spielen die Schüler dort Theater. Und da wird es
nicht leichter, immer wieder Stücke zu finden, die die Schüler
ansprechen und - noch schwieriger - genügend Rollen für 19
Schauspieler aufweisen. Da kam der Anruf von Christof Kämmerer im
vergangenen Jahr gerade recht.
Durch die - buchstäblich - ausgezeichneten Internetseiten sei der Autor
und Lehrer aus Bersenbrück bei Kloppenburg auf die Hauptschule
aufmerksam geworden und habe Kontakt aufgenommen, berichtete Lehrer und
Regisseur Michael Giebing. "Dem Autoren haben das Konzept und die
Dekoration unserer Aufführungen gut gefallen", so Giebing, der
darauf hinweist, dass die jungen Schauspieler bei der Gruppenarbeit vor
allem Disziplin lernen müssten.
Da sei prompt das Angebot gekommen, den 13 bis 14 Jahre alten
Ensemblemitgliedern ein Stück auf den Leib, oder besser, auf die
Bandagen der Mumie zu schreiben. Und so lag am Donnerstag
Premierenfieber bei der Uraufführung der Kriminalgeschichte in der
Luft. "Das Amulett der Mumie" zog die Großeltern, Eltern,
Geschwister und Klassenkameraden in ihren Bann.
Denn als ein kostbares Amulett aus dem Grab Ophtahs, dem Bruder des Tut
ench Amun, gestohlen wird, stehen der Museumsdirektor und die Polizei
vor einem Rätsel, an dem sich selbst Sherlock Holmes und sein Kollege
Dr. Watson die Zähne ausgebissen hätten.
Doch wo ist nun das Amulett, und wo ist Frau Müller - im Reich der
Toten, oder bei Isis und Osiris? Hat sie das Schmuckstück gestohlen?
Fragen über Fragen, die die Götter auf den Plan rufen. Denn wer das
Schmuckstück klaut, wird bestraft, was Frau Müller am eigenen Leib
erfährt: "Zur Mumie gewickelt, die Eingeweide zerstückelt."
Doch schließlich haben die Tochter des Museumsdirektors und ihr Freund
zwar nicht das Geheimnis um die Götter, dafür aber den Deckel des
Sarkophags gelüftet. Und den "nimmt man nicht hoch wie einen
Klodeckel", wie der Museumsdirektor erklärt. Mächtig ins Zeug
gelegt hatten sich auch wieder Lehrerin Birgit Limberg und ihre zwölf
Dekorateure. Sie verwandelten mit viel Liebe fürs Detail, mit
geschickter Hand und Pappmaschee die Siebt- und Achtklässler in
Pharaonen und Götter, in Polizisten, Museumsdirektoren und Hausmeister
und versetzten das begeisterte Publikum mit den Wandmalereien in das
Reich am Nil.
Das dankte mit lang anhaltendem Applaus. Da bestätigte sich die alte
Bühnenweisheit wieder: "Missglückte Generalprobe, geglückte
Premiere."
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