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Heiden (hhk). Der Alltag hat sie wieder, aber noch nicht so ganz. Für
die Ludgerusschüler, die am Dienstag aus der Hand von Bill Gates den
ersten Preis beim Wettbewerb Road Ahead in München bekommen hatten, gab
es auch gestern an der Schule nur ein Thema. "Bis zur Halskrause
stecken sie voll mit Eindrücken", berichtete Projektleiter Ewald
Meis über die Befindlichkeit seiner Schüler. "An einen normalen
Unterricht ist nicht zu denken."
Wie berichtet, hatten die Heidener den bundesweiten Wettbewerb des
Software-Herstellers Mircrosoft gewonnen, der der Schule 15.000 Euro
beschert und viel Aufmerksamkeit. Innerhalb von 24 Stunden kletterte die
Zahl der Besucher auf der Homepage der Schule auf 7000, nachdem das
Ergebnis bekannt gegeben worden war.
Zurück zum Geschehen in München. Nicht nur die Mitglieder der
Projektgruppe hatten bei der Verleihung "Pudding in den
Knien". Auch Ewald Meis, dem Schulabgänger schon mal attestieren,
er habe am Computer "seine zweite Heimat gefunden", befand
hinterher, "das war schon heftig. Die Spannung stieg
kontinuierlich."
"Jeder von uns hatte auf den ersten Preis gehofft, aber keiner
ernsthaft damit gerechnet", freute sich Manuela Fahrland. Die 14-Jährige
fühlte sich "zwischen Lachkrampf und Tränen der Freude hin und
her gerissen", als das Ergebnis mitgeteilt wurde. "Wir lagen
uns in den Armen."
Nach der Verleihung sahen sich die Heidener im Kino-Foyer einem Pulk von
Fragestellern verschiedenster Medien gegenüber. "Alles, was blau
war, musste Fragen beantworten", berichtete Meis. Hintergrund: Vor
der Fahrt nach München hatten sich die Heidener Schüler einheitlich
mit blauen Sweat-Shirts ausstaffiert.
"Es war ein riesiger Rummel ums uns", beschrieb Lehrer Meis
die Szenerie. "Es hat Spaß gemacht, auch wenn wir nicht alle
Fragen beantworten konnten," erzählte Manuela Fahrland zurückblickend.
Eigentlich hatten die Heidener noch die Arri-Studios besichtigen sollen.
"Doch die Luft war raus", so Meis. Früher als geplant, traten
sie den Heimweg an. Gegen 20 Uhr wurden die Schüler in Heiden am
Dienstagabend mit einem kleinen Feuerwerk empfangen, nachdem der
Busfahrer eine Ehrenrunde "für die Sieger" im Kreisel
gefahren war. Fast alle Eltern kamen zum Abholen. In ihren Wohnstuben
hatten sie schon die ersten Bilder von der Preisverleihung auf den
Bildschirmen verschiedenster Sender gesehen.
"Wir sind stolz auf Euch", hatten Mitschüler gestern Morgen
auf Plakate geschrieben und an den Tafeln standen Glückwünsche. Am
Dienstag, 4. Februar, wird Bürgermeister Heiner Buß die Schüler um
8.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses empfangen. Der Erfolg der
Projektgruppe hat für die Gemeinde noch ein Gutes. Weil die Heidener
den Partnervertrag mit dem Softwarehersteller gewannen, dürfen sie
dessen Programme auf den Schulrechnern kostenlos ein Jahr lang
installieren, so Ewald Meis. Konkret: Der Schulträger spart Geld. Die
Veranstaltung ist vom Ausrichter auf Video festgehalten. Demnächst
werden sich die EU-len die Bilder ansehen können. Auch nicht schlecht.
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