Zeitschrift "Elektronik", Ausgabe 5/2003
Schülerwettbewerb

Bill Gates zeichnet Schüler aus
In Anwesenheit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard
Bulmahn, überreichte Bill Gates zum dritten Mal den von Microsoft ausgeschriebenen
"Road Ahead"-Preis, bei dem Schulen für eine herausragende Online-Arbeit prämiert werden. Der Wettbewerb stand unter dem Thema
"Leben und Lernen in der EU". Dazu entwickelten 650 Schulen einen
Online-Auftritt, der von einer unabhängigen, vierköpfigen Jury bewertet wurde. Den ersten Platz belegt die
Ludgerusschule Heiden (Nordrhein-Westfalen) mit einer umfangreichen
Informationsseite über die EU (www.ludgerusschule.de/projekte.html). Besonders
gewürdigt wurden der informative Inhalt sowie die grafische Präsentation mittels selbst entworfener Maskottchen und die mediale Aufbereitung
- so kann man sich z.B. die Nationalhymnen der EU-Staaten anhören.
Bildungsministerin Bulmahn sagte anlässlich der Preisverleihung, Computer könnten das Lernen nicht ersetzen, aber interessanter
und spannender machen. Die Ausstattung der Schulen mit Computern, Software und
Internet-Zugängen sei ihr ein zentrales Anliegen, bei dem die Schulen allerdings auf
Sponsoren angewiesen seien. Seit 2001 hätten alle allgemeinbildenden Schulen einen Internet-Zugang-
die Hä1fte davon surft dank der Deutschen Telekom kostenlos
über DSL. Die Partnerschaft zwischen Privatwirtschaft und Bildungsinstitutionen sei jedoch keine Einbahnstraße, sagte
Bulmahn: "Nicht nur die Schulen brauchen Computer und
Internet-Zugänge, auch die Firmen brauchen in Zukunft qualifiziertes Personal."
Weiter fügte sie hinzu: "Es sind die Schulen, die sicherstellen, dass junge Menschen bei uns einen kompetenten Einstieg in die Wissensgesellschaft erhalten
- unabhängig von ihrem sozialen und familiären Hintergrund."
Bill Gates erzählte den Schülern von seiner Jugend; in der es noch keine PCs gab. Erst mit 13 Jahren habe er zum
ersten Mal einen Computer bedient. Die Schülerinnen und Schüler durften dem Microsoft-Gründer anschließend noch Fragen stellen. Eine Schülerin wollte wissen" Was macht ein Mann wie Sie
eigentlich, wenn er arbeitet?", eine andere fragte: "Als jemand, der soviel Geld verdient, haben Sie da überhaupt noch Wünsche?". Gates sagte, seine Wünsche seien nicht finanzieller Natur. Er
wünsche sich, dass jeder Mensch einen PC
besitzen könne, weil das ein so wichtiges Instrument sei. Außerdem versuche er, mit seiner Stiftung die Bildung und Gesundheit wenigstens bei einem
kleinen Teil der Menschen zu verbessern. "Und wie lange dürfen Ihre Kinder vor dem Computer sitzen?" -fragte ein
Junge. Bill Gates: "Meine älteste Tochter ist sechs Jahre alt. Sie benutzt den
Computer ungefähr eine Stunde am Tag und surft z.Zt. am liebsten zu www.barbie.com. Aber sie hat auch noch keine X-Box. Wenn das mal der Fall ist, kann es schon sein, dass wir die Zeit
einschränken müssen, die sie am Computer verbringen darf." jk