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Das Lächeln des Siegers Bill Gates lässt Schulen gewinnen – und feiert sich selbst Immer den Bodyguards hinterher, hinein ins Münchner Arri-Kino. Knistern liegt in der Luft, Fernsehkameras links, Fotografen rechts. Lehrer können ihre nervösen Schüler kaum auf den Kinosesseln bändigen. Nicht weil da gerade von einem Pulk von Menschen umringt der reichste Mann der Welt zur Bühne zieht. Sondern weil sie die alles entscheidende Frage des Vormittags umtreibt: Welche Schule in Deutschland hat die interessanteste Internetseite? Vier will Microsoft-Chef Bill Gates an diesem Mittwoch für besonders kreative Webauftritte zum Thema „Leben und Lernen in der EU“ mit dem Road-Ahead-Prize („Der-Weg-vor-uns-Preis“) seines Unternehmens auszeichnen – die besten von 630 Bewerbern. Noch glauben die aus ganz Deutschland angereisten Schüler, sie seien die Hauptakteure der Preisverleihung. Doch je länger die Inszenierung dauert, desto größer wird die Gewissheit im Auditorium: Es soll an diesem Morgen vor allem einen Sieger geben. Und der heißt Microsoft. Toll, dass sein Unternehmen was für die Bildung tue, findet Bill Gates. Gerade Schüler seien häufig die kreativsten Köpfe in der Informationstechnologie, lobt der Microsoft-Vater. Schließlich habe er selber Kinder und das Thema liege ihm einfach am Herzen. In seiner Jugend sei ein frei benutzbarer Personalcomputer (PC) noch ein großer Traum gewesen. Seine Stiftung trage nun dazu bei, dass das überall in der Welt anders werde. Wirklich toll. Auch Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat große Ziele, für die sie reiche Menschen wie Bill Gates eben braucht und gerne zu Preisverleihungen kommt: Jedes Kind in Deutschland solle künftig mit einem eigenen PC im Klassenraum und einer ausgereiften Lernsoftware arbeiten können. Und dann ist da noch die Entscheidung. Im Schnelldurchlauf werden die Schülergruppen über die Bühne geschleust. Je ein Auserwählter darf Herrn Gates die Hand schütteln. Die mit insgesamt 30000 Euro dotierten ersten Plätze gehen an eine Hauptschule im münsterländischen Heiden, ein Gymnasium im ostwestfälischen Werl und eine Realschule in Frankfurt am Main. Den Grundschul- Sonderpreis bekommt eine Grundschule im niedersächsischen Friedrichsfehn. Als die Kinder unruhig werden, dürfen sie Bill Gates ein paar Fragen stellen. „Herr Gates, Was machen Sie eigentlich, wenn Sie arbeiten?“, fragt Grundschulsiegerin Kyra. Antwort des Konzerngründers: Er reise viel und rede ständig. Dann sagt die Moderatorin, es solle jetzt erst mal eine Pause geben. Was folgt? Bill Gates lächelt. Ein Film über Microsoft. Die Ränge leeren sich. Markus Balser www.sueddeutsche.de/ |