Übersicht 03/04

 
 06.10.2003
 

 
Nicht nur den großen Kopierschein machen

Regelmäßig dürfen Praktikanten den Arbeitsalltag im Heidener Rathaus kennenlernen
 

Heiden (hhk). Praktika können wertvolle Erfahrungen liefern, und bei der Berufsfindung eine echte Hilfe sein. So sehen das jedenfalls die Schülerin Denise Pietzonka und auch Heidens Hauptamtsleiter, Andreas Grotendorst.
Die 15-jährige Schülerin der Ludgerus-Schule durfte zwei Wochen lang den Mitarbeitern im Rathaus auf die Finger schauen und die Luft in der Arbeitswelt schnuppern. "Es ist ganz gut gelaufen", bilanziert die Heidenerin, die fleißig ihre Tagesberichte schrieb und "mit einem guten Gefühl" das Rathaus verließ.
"So weit das irgendwie möglich ist, versuchen wir Praktikanten in die Arbeit einzubeziehen", erläutert Grotendorst.


Wie läuft das mit der Politik? Praktikantin Denise
Pietzonka (15) verfolgt die Debatte im Rathaussaal.
Foto: hhk

Man achte schon darauf, dass die Praktikanten "nicht den kleinen und großen Kopierschein" machten.
Beispielsweise ist jetzt ein junger Mann da, der im Rahmen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme der Kreishandwerkerschaft Borken für einige Wochen im Heidener Rathaus antritt. Zwei weitere Schülerbetriebspraktika laufen im Januar an.
Denise Pietzonka meint, dass ihr die Bürotätigkeit liegt. Das habe sie in den beiden Wochen gespürt. Ihr hat gefallen, dass sie selbstständig arbeiten durfte, ja sogar dazu ermuntert wurde. So hat sie Eintrittskarten gestaltet und einen Flyer für eine Veranstaltung in der Mehrzweckhalle entworfen. Natürlich hat sie auch kopiert, hat in der Telefonzentrale Gespräche vermittelt und beschäftigte sich mit statistischen Fragen.
Interessant fand die Schülerin eine Sitzung des Rates. Sie saß hinten bei den Zuschauern und verfolgte die Debatte um den Städtebaulichen Rahmenplan, um die Anschaffung eines Salzstreuautomaten für den Winterdienst sowie die Verabschiedung einer neuen Brandschutzsatzung. Weil sie sich vorher eingelesen hatte, konnte sie dem Ablauf gut folgen.
"Ich werde mich 2005 um einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte bewerben", weiß die Schülerin nach ihrem Praktikum, das morgens begann, nachmittags nach 90-minütiger Pause weiter ging und abends um 17 Uhr endete.
Geld bekommen die Praktikanten im Rathaus nicht. "Es ist ja kein richtiges Arbeitsverhältnis", sagt Grotendorst. Man überreiche eine kleine Anerkennung. Auf Wunsch bekommen Praktikanten eine Bescheinigung für künftige Bewerbungen.
Denise Pietzonka hat sich ihre Bescheinigung im Rathaus schon abgeholt.