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Jugendliche brauchen Eltern, die Grenzen
setzen
SPD bat zur Podiumsdiskussion in die AWO / Mit
dem Ausbildungsplatz im Rücken
lösen sich viele Probleme von selbst

Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Heidener AWO (von links): Fred
Öhls, Michael
Hermes, Achim Pitzen, Moderator Georg Meirick, Norbert Konicek und Uwe
Maschofski
Foto:
geg
Heiden (geg). "Ist die Heidener Jugend noch zu retten?" Mit
dieser plakativen Frage beschäftigte sich die SPD in der AWO am
politischen Aschermittwoch. Wobei der SPD-Vorsitzende Fred Öhls bereits
die Frage nach einer guten Stunde in "Sind die Heidener Eltern noch zu
retten?" ummünzen wollte. Das Resümee der anregenden Gespräche ergab,
dass die Jugendlichen der Spiegel der Eltern sind, sich die Eltern
gehörig an die eigene Nase fassen müssen.
Im großen und ganzen hatten die Herren auf dem Podium Uwe Maschofski
(Leiter des Jugendtreffs), Hans-Joachim Pitzen (Ortspolizist), Norbert
Konicek (Leiter der Hauptschule) und Michael Hermes (Fachbereich
Soziales, Gesundheit und Familie, Kreis Borken) trotz des provokanten
Aufhängers über Heidener Jugendliche nichts zu meckern.
"Die Jugend von heute" - dieser Sammelsatz, der nicht Gutes bedeute, den
gebe es seit Jahrhunderten, steuerte Konicek bei. Jugend brauche Eltern,
an denen sie sich orientieren und anlehnen könne und benötige Eltern,
die Grenzen setzen. Das konnte Pitzen nur bestätigen. Er beobachtet,
dass es meistens Jugendliche ohne Arbeit sind, die in irgendeiner Art
und Weise kriminelle Energien entwickeln. Hätten sie einen
Ausbildungsplatz. erledige sich das Problem von selbst. Wobei aber auch
der Alkohol eine negative Rolle spiele. In NRW sei die Kriminalität
unter den Jugendlichen um 2,5 Prozent angestiegen. Die Zahl treffe auch
auf Heiden zu. Bezeichnend sei, dass Delikte fast immer unter
Alkoholeinfluss ausgeübt würden, so Pitzen. Er wünsche sich, dass Eltern
mehr Grenzen aufzeigten. Es könne nicht sein, dass Minderjährige, also
14- und 15jährige, Alkohol tränken und Zigaretten rauchten. Dass Eltern
das akzeptierten, erfahre er nicht selten.
Hermes erlebt in Heiden Strukturen, die es in anderen Gemeinden auch
gibt: Alkoholmissbrauch, Drogen, Gewalt, Verwahrlosung, Misshandlung. In
der Hochkonsumphase gebe es kaum ein Zimmer ohne Fernseher. Die
Schuldzuweisung in Richtung der Medien für die Desorientierung der
Jugendlichen sei völlig unangebracht, war Hermes überzeugt. Nicht selten
kämen Eltern zu ihm, die in Erziehungsfragen nicht mehr weiter wüssten.
Maschofski berichtete von wachsender Perspektivlosigkeit bei seiner
Klientel. Hauptschüler seien heute fast chancenlos. "Jede Familie muss
sich selbst an die eigene Nase fassen", so Maschofski, wenn es um
Schuldzuweisungen gehe. Seit den 70er Jahren sei eine stete Werte- und
Normenveränderung festzustellen.
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