Übersicht 03/04

 
 27.12.2003
 

 
VON JAHR ZU JAHR
Was bleibt, was kommt?                                    

 
Die Bilanz des Jahres 2003 - was bleibt in Erinnerung? Zunächst einmal: der Jahrhundertsommer. Die Gluthitze hat die Stadtwerke in diesem Jahr an den Rand ihrer Pump-Möglichkeiten gebracht. Was kommt? Unter anderem zwei Brunnen, damit wir 2004 nicht auf dem Trockenen sitzen.
 
Noch zeigen sich die Gemeinden im Verbreitungsgebiet der Borkener Zeitung "flüssig": In der Kreisstadt sind die "Leuchttürme'. Kuhm-Center, Bierbaum- Auslagerung, Mergelsberg - Sporthalle und das Nahversorgungszentrum Hovesath bereits fertig oder stehen kurz vor der Vollendung. Die Windmühlengemeinde hat mit dem RekenForum einen attraktiven Saal für Konzert, Theater oder Kabarett geschaffen. Und während in anderen Gemeinden im Bund Büchereien geschlossen worden sind, baute Raesfeld eine neue Bibliothek und plant mit Hilfe des Landes das Besucherzentrum für den Tiergarten. In Ramsdorf ist derweil die "Neue Mitte" und ein "Rathaus" für den Ortsteil entstanden. Dass diese Kraftakte gestemmt werden konnten, spricht für die finanzielle Kraft der Kommunen im Raum Borken.
 
Dennoch, die Alarmzeichen sind sichtbar. Denn die meisten Gemeinden leben inzwischen auch im Raum Borken von der Substanz. Mit harten Bandagen wird inzwischen um Euro und Cent gerungen. Das hat sich etwa im Schlagabtausch zwischen Kreis und Gemeinden in diesem Jahr wieder gezeigt. Glichen die Treffen, in denen der Kreis mitteilte, wieviel Geld er von den Gemeinden benötigt, früher eher gemütlichen Kaffeekränzchen, hat sich der Ton den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Statt Gemeinde- oder Stadtdirektoren verhandeln jetzt selbstbewusste Bürgermeister - die auch wieder gewählt werden wollen.
 
Zur Klarheit darüber, welche Projekte sich der Steuerzahler noch leisten kann und will, mag ein Disput etwa um den Flugplatz in Stadtlohn durchaus beitragen.
Wirtschaftlich hat die Konjunkturflaute auch den Raum Borken erfasst. Insbesondere im Bau- und Ausbaugewerbe blickt man sorgenvoll in die Zukunft. Die veränderte Eigenheimzulage für Neubauten droht den Wachstumsmotor im ländlichen Raum abzuwürgen. Auch innovative Branchen hat es in diesem Jahr getroffen. Siemens schockte mit der Nachricht, in Bocholt bis zu 420 Stellen abbauen zu wollen. Bei Lanfer in Weseke hat es gekriselt.
 
Positiv dagegen: Die Investitionen bei Foseco oder das neue Produktionsgebäude von Bierbaum - Überzeugende Argumente für die Leistungsfähigkeit des Standorts Borken.
 
Dazu zählen übrigens vor allem die gut ausgebildeten und qualifizierten Menschen im Westmünsterland. Ein Zeichen hat in diesem Jahr die Projektgruppe EU-len der Ludgerusschule in Heiden gesetzt: Die Schüler gewannen den 1. Preis bei einem Microsoft-Wettbewerb. Bill Gates persönlich war nach Deutschland gejettet, um den Heidenern die Auszeichnung und 15.000 Euro Preisgeld zu überreichen. Eine Erfolgsgeschichte, die dazu beiträgt, mit Optimismus ins neue Jahr zu starten.
 
Gregor Wenzel