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VON JAHR ZU JAHR
Was bleibt, was kommt?
Die Bilanz des Jahres 2003 - was bleibt in Erinnerung? Zunächst
einmal: der Jahrhundertsommer. Die Gluthitze hat die Stadtwerke in
diesem Jahr an den Rand ihrer Pump-Möglichkeiten gebracht. Was kommt?
Unter anderem zwei Brunnen, damit wir 2004 nicht auf dem Trockenen
sitzen.
Noch zeigen sich die Gemeinden im Verbreitungsgebiet der Borkener
Zeitung "flüssig": In der Kreisstadt sind die "Leuchttürme'.
Kuhm-Center, Bierbaum- Auslagerung, Mergelsberg - Sporthalle und das
Nahversorgungszentrum Hovesath bereits fertig oder stehen kurz vor der
Vollendung. Die Windmühlengemeinde hat mit dem RekenForum einen
attraktiven Saal für Konzert, Theater oder Kabarett geschaffen. Und
während in anderen Gemeinden im Bund Büchereien geschlossen worden sind,
baute Raesfeld eine neue Bibliothek und plant mit Hilfe des Landes das
Besucherzentrum für den Tiergarten. In Ramsdorf ist derweil die "Neue
Mitte" und ein "Rathaus" für den Ortsteil entstanden. Dass diese
Kraftakte gestemmt werden konnten, spricht für die finanzielle Kraft der
Kommunen im Raum Borken.
Dennoch, die Alarmzeichen sind sichtbar. Denn die meisten Gemeinden
leben inzwischen auch im Raum Borken von der Substanz. Mit harten
Bandagen wird inzwischen um Euro und Cent gerungen. Das hat sich etwa im
Schlagabtausch zwischen Kreis und Gemeinden in diesem Jahr wieder
gezeigt. Glichen die Treffen, in denen der Kreis mitteilte, wieviel Geld
er von den Gemeinden benötigt, früher eher gemütlichen Kaffeekränzchen,
hat sich der Ton den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Statt
Gemeinde- oder Stadtdirektoren verhandeln jetzt selbstbewusste
Bürgermeister - die auch wieder gewählt werden wollen.
Zur Klarheit darüber, welche Projekte sich der Steuerzahler noch leisten
kann und will, mag ein Disput etwa um den Flugplatz in Stadtlohn
durchaus beitragen.
Wirtschaftlich hat die Konjunkturflaute auch den Raum Borken erfasst.
Insbesondere im Bau- und Ausbaugewerbe blickt man sorgenvoll in die
Zukunft. Die veränderte Eigenheimzulage für Neubauten droht den
Wachstumsmotor im ländlichen Raum abzuwürgen. Auch innovative Branchen
hat es in diesem Jahr getroffen. Siemens schockte mit der Nachricht, in
Bocholt bis zu 420 Stellen abbauen zu wollen. Bei Lanfer in Weseke hat
es gekriselt.
Positiv dagegen: Die Investitionen bei Foseco oder das neue
Produktionsgebäude von Bierbaum - Überzeugende Argumente für die
Leistungsfähigkeit des Standorts Borken.
Dazu zählen übrigens vor allem die gut ausgebildeten und qualifizierten
Menschen im Westmünsterland. Ein Zeichen hat in diesem Jahr die
Projektgruppe EU-len der Ludgerusschule in Heiden gesetzt: Die Schüler
gewannen den 1. Preis bei einem Microsoft-Wettbewerb. Bill Gates
persönlich war nach Deutschland gejettet, um den Heidenern die
Auszeichnung und 15.000 Euro Preisgeld zu überreichen. Eine
Erfolgsgeschichte, die dazu beiträgt, mit Optimismus ins neue Jahr zu
starten.
Gregor Wenzel
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