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Lehrer der Beratung
Gerd Hieronimus hilft an der Ludgerusschule Probleme
lösen
Heiden (hhk). Wenn Gerd Hieronimus beim Dullen Dienstag unterwegs
ist, sagen Ex-Schüler "Hallo" und bleiben zum Schwatz stehen. Schüler
gratulieren zum Geburtstag, besuchten ihn sogar mal im Krankenhaus.
Einige hat er als Beratungslehrer kennen gelernt.
Seit sechs
Jahren macht er den Job und leistet Hilfestellung bei Schulproblemen.
Die Aufgabe des Beratungslehrers hat Gerd Hieronimus übernommen, "weil
mich das interessierte".
Beim Schulamt des Kreises Borken hat er sich dazu ausbilden lassen. Er
war Teilnehmer des ersten Kurses, den der Kreis Borken rund 30 Pädagogen
anbot. Kontakte zu den übrigen Teilnehmern hat der Heidener
Beratungslehrer noch immer. Beratungslehrer tauschen sich aus.
Seine Gesprächspartner sind Eltern von Schülern, weil es Probleme gibt -
innerhalb und außerhalb der Schule. Anlass können
Konzentrationsstörungen beim Lern- und Arbeitsverhalten sein, oder
anderes, das unter den Nägeln brennt. Einen Elternstammtisch hat der
Pädagoge, der in Bochum geboren wurde und in Dortmund studiert hat,
angeboten. Alle sechs bis acht Wochen trifft er Väter und Mütter in
ungezwungener Atmosphäre - auch schon mal im Eiscafe oder in einem
Gasthof.
Mit Schülern spricht er als Beratungslehrer, weil sie sich etwa falsch
beurteilt oder sich nicht richtig verstanden fühlen.
Mit Kollegen oder Kolleginnen spricht der 55-Jährige seltener, wenn es
etwa um eine Versetzung oder eine Abordnung geht. "Wir sind eine kleine
Schule mit einem guten Ruf", betont der Lehrer. Sonst würden nicht so
viele Zehntklässler in den heimischen Betrieben unterkommen. Es werde an
der Schule besonders großer Wert auf die Bewerbung gelegt. "Bis zum
Exzess", so der Lehrer, "wird das mit den Schülern geübt."
Mit der Arbeitswelt ist der Pädagoge vertraut. Vater und Großvater waren
Maler und Anstreicher. Mit ihnen fuhr er zu Baustellen. Während des
Studiums hat Hieronimus in den Semesterferien mit den verschiedensten
Jobs Geld verdient. Er hat Waren ausgefahren, hat im Stahlwerk, in der
Molkerei und im Holzwerk gejobbt. In den 90ern hat er als Lehrer auf der
Baustelle ein Praktikum gemacht.
Im belehrenden Ton muss ein Beratungslehrer nicht auftreten, lautet das
Selbstverständnis von Hieronimus. Schmerzhafte Wahrheiten traut er sich
aber auszusprechen. Auch gegenüber den Eltern, wenn es sein muss. Angst
vor persönlichen Nachteilen hat er nicht. "Es bringt nichts, den Kopf in
den Sand zu stecken", lautet seine Devise. Seine Gelassenheit habe sich
mit den Jahren eingestellt, sagt Hieronimus, der seit 30 Jahren Lehrer
ist.
Klare Worte fallen auch gegenüber den Schülern mit Blick auf die
Jobsuche. "Wer sich nicht anstrengt, wird Probleme kriegen."
Der Heidener kümmert sich an der Ludgerusschule auch um die
Streitschlichter im Wahlpflichtunterricht und in der Pause.
28 Stunden müsste Hieronimus an der Schule unterrichten. Weil er
Beratungslehrer ist, muss er nur 26 Stunden Unterricht geben. Diese
zusätzliche Zeit reiche kaum aus, meint er. Extra honoriert wird der
Beraterjob nicht.
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