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Dass eine Sitzung des Fachausschusses in der Schulküche mit einem Imbiss endet, ist eher selten und hat einen besonderen Anlass. Denn vor einigen Monaten ist die Schulküche nahezu komplett neu eingerichtet worden. Zuvor hatte es Druck von innen und außen gegeben hatte. Eigentlich sollte nämlich das Vorhaben für knapp 50.000 Euro mangels Masse 2005 nicht in die Tat umgesetzt werden. Bürgermeister Heiner Buß hatte bei der Haushaltseinbringung dafür keine Ausgaben vorgesehen. Doch dann gaben die Politiker nach, nachdem mehrere außerhalb von Rathaus und Politik signalisiert hatten, "wir helfen", "wir unterstützen das Anliegen", damit für die rund 35 Jahre alte Küche Ersatz geschaffen werden konnte. In der Schule blieb es nicht allein beim Fordern. Der Erlös des großen Schulfestes floss in die nagelneue Küche (BZ berichtete). Rund 4500 Euro. ie Klasse 10a bekommt von Lehrerin Heike Wilde das kleine und das große ABC der Hauswirtschaft vermittelt. Zwei Schulstunden hatten die Schüler am Dienstag Zeit, eine leckere Kartoffelsuppe und herzhafte Brote zu zubereiten. "Das ist für uns Standard", sagte die Lehrerin, die seit vier Jahren an der Ludgerusschule unterrichtet. "Wir vermitteln hier Kulturtechniken", fügt die Lehrerin an. Sie findet die neue Küche "optimal". Das Arbeiten in der Gruppe werde außerdem geschult. Die Schüler würden auf ein Leben mit selbstständigem Kochen vorbereitet. "Das", meinte Wilde, "kommt doch auf die Jugendlichen zu." Sonst essen die Schüler das Gekochte selbst. Am vergangenen Dienstag kochten sie für ihre Gäste. Trotzdem gingen die Zehntklässler frohen Mutes zu Werke. 14 Jugendliche gehen in die 10a. "Wir sind die High Society an der Schule", flachste einer. Und ergänzte. "Mit 14 Leuten in der Klasse können wir natürlich viel lernen." Die Schüler arrangierten das Essen in Büfett-Form. "Wir wissen ja nicht, wie viele Personen kommen", erläuterte Wilde. Da mache es wenig Sinn, einzudecken. So könnten sich die Gäste bedienen, sich hinsetzen oder auch im Stehen essen. Je nach Gusto.
Während Thomas Höing und Philip Mester, beide 16 Jahre alt, Geschirr und Besteck aus dem Schrank holten, brieten Tobias Pöpping, Simon Stenkamp und Sebastian Möllmann Speck an. Zwei Stunden lang werden sie pro Woche in Fragen der Hauswirtschaft fit gemacht. "Zunächst zwei Stunden Theorie und dann zwei Stunden Praxis", berichtet Sebastian Möllmann, der Koch werden möchte. Der 15-Jährige hält sich, wenn er daheim kocht, an Rezepte und "kann schon vieles kochen". Zwei Praktika hat er absolviert. Eines im Borkener Lindenhof, eines im Velener Sportschloss. "Ich bin noch auf der Suche nach einer Lehrstelle", berichtete Möllmann vom Stand der Dinge. Tobias Pöpping verriet, dass er keine Probleme damit hat, daheim in der Küche zu helfen. Cindy Dreher, Svenja Storck und Anna Sommerfeldt belegten gut gelaunt Brote mit Wurst und Schinken, rollten Spargelstangen ein. "Das ist hier ganz lustig", erzählte Anna Sommerfeldt. Auch sie hat ihr Scherflein beim Schulfest beigetragen. Zwei Stunden lang hat sie Pommes Frites verkauft, "was ganz schön anstrengend war". Tobias Brun (15) war zufrieden. Er hatte für die Suppe Kartoffeln geschält und für die Brote Eier abgepellt. Abends war er wieder mit von der Partie, um zu helfen. Zu den Mitgliedern des Fachausschusses gesellten sich am Abend auch einige Mitglieder des Rates, die der Einladung von Rektor Norbert Konicek gerne gefolgt waren.
Sie alle waren angetan von der Küche. Und: "Die Suppe ist lecker", lobte
Bürgermeister Heiner Buß. |