Ludgerusschule Heiden

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"Helden des Alltags ist etwas übertrieben"

Rektor Norbert Konicek von der Ludgerusschule zur Bildungsrede des Bundespräsidenten
 


Bürgermeister Heiner Buß (l.) überreicht Bundespräsident Horst Köhler bei seinem Besuch in Heiden im März 2006 den Reader "50 Jahre Deutsche Geschichte", den Ludgerusschüler erstellt haben..   Fotos: pd
 

Heiden (hhk). Die Bundespräsidenten werden an ihren Reden gemessen. In der jüngsten "Berliner Rede" stand die Bildung im Mittelpunkt. "Wir müssen schon in den Kindergärten damit anfangen", sagte Bundespräsident Horst Köhler. Vielerorts ist der Streit über das Thema Bildung entflammt. Zum einen erntete Köhler für seine Rede viel Lob, vor allem für die Forderung, für die Bildung müsse mehr Geld ausgegeben werden. Aber es gab auch Kritik. Die Borkener Zeitung bat den Leiter der Heidener Ludgerusschule, Norbert Konicek, um eine Statement zur jüngsten Rede. Das hat einenen besonderen Grund. Denn Köhler hielt seine Rede bewusst in Neukölln an einer Hauptschule.

"In weiten Teilen findet die Rede des Bundespräsidenten meine Zustimmung. Bildung für alle, denn jeder kann etwas, das er weiter entwickeln muss, egal, welche Schulform er besucht oder besucht hat.

Bildung bedeutet aber nicht nur Wissen und Können, sondern auch die Anerkennung von Werten. Leistungsbereitschaft, Anstrengung, Disziplin und anderes müssen akzeptiert sein. Insofern können Ergebnisse von Pisa und anderer Studien nur Hinweise auf bestimmte Faktoren unseres Bildungswesens geben. Individuelle Förderung ist gewiss ein wichtiger Aspekt, aber dafür müssen auch die Rahmenbedingungen passen. Klassengrößen, Lehrerversorgung, Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulischen Partnern, zum Beispiel Sozialarbeiter, sind wichtige Aspekte für eine erfolgreiche Schullaufbahn eines Kindes. Hier gilt eindeutig: Prävention ist besser als Reaktion auf gravierende Fehlentwicklungen.


Rektor Norbert Konicek bezog Stellung zur Bildungs-Rede: "Herr Köhler bemängelt die relativ geringe Zahl der Schüler, die die Hochschulreife erreichen. Aber meiner Meinung nach braucht unser Land genauso dringend gut ausgebildete Facharbeiter. Außerdem wird damit der Druck auf die Eltern erhöht, die meinen, mein Kind muss unbedingt zum Gymnasium."

Gut finde ich auch, dass Köhler ein anderes Lehrerbild hat als Alt-Bundeskanzler Schröder, der mit seinem "faule Säcke"-Ausspruch vielen,engagierten Kolleginnen und Kollegen eine schallende Ohrfeige verpasst hat, Deshalb allerdings gleich von "Helden des Alltags" zu sprechen, halte ich für etwas übertrieben.

Ganz unterstreichen kann ich den Abschnitt XI: Schulen brauchen nicht nur Lehrpläne, Stellen- und Budgetpläne, sondern auch Freiheit für eigene Gestaltungsideen. Dafür brauchen Schulen aber auch Ruhe, ihre Kraft darf nicht durch ständig neue bildungspolitische Vorgaben ermüdet werden. Als Beispiel hierfür möchte ich die Diskussion um die Einführung des Faches "Naturwissenschaft" nennen. Ergebnisse stundenlanger Konferenzen über viele Monaten hinweg wurden nach der Landtagswahl mit einem Federstrich weggewischt. Bildung darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden.

Voll zustimmen möchte ich zum Schluss dem J. F. Kennedy-Zitat:"Es gibt nur eine Sache auf der Welt, die teurer ist als Bildung - keine Bildung!"

Die Rede des Bundespräsident im Internet unter:
www.bundespraesident.de/-,11057/Reden-und-Interviews.htm

Quelle: Borkener Zeitung 30.09.2006

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