
Immer weniger Schüler gehen durch die Tür ins Schulgebäude (Foto: Konert)
Heiden (hhk). Ein Arbeitskreis soll es richten. Diese Empfehlung haben die Mitglieder des Schul-, Jugend-, Sport- und Kulturausschusses einhellig am Donnerstagabend abgegeben. Über die Gründung und die Besetzung des Arbeitskreises soll der Heidener Gemeinderat künftig entscheiden. Auch Elternvertreter sollen diesem Arbeitskreis angehören, in dem über alle Möglichkeiten in aller Ruhe gesprochen werden soll.
Auf Antrag der SPD war die Zukunft der Ludgerusschule auf die Tagesordnung des Fachausschusses gekommen. Georg Meirick (SPD) begründete eingangs: "Das ist ein Problem, das wir mittelfristig bekommen werden."
Patrick Voßkamp (CDU) betonte, die Situation sei "fast schon schizophren". Es werde an der Schule gute Arbeit geleistet. Trotzdem sinke die Zahl der Anmeldungen. An einem runden Tisch müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um den Schulstandort in Heiden zu erhalten.
CDU-Fraktionschef Helmut Felkel warnte davor, irgendetwas schön zu reden. Die Zahlen seien eindeutig. Solange es gehe, müsse man die Schule in Heiden halten. In Gesprächen mit größeren Nachbarorten könne man Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten, allerdings werde man immer "Bittsteller und Anhängsel" sein, meinte Felkel.
Bürgermeister Heiner Buß sagte, es gebe Anfragen aus Ramsdorf von Eltern, die die Ganztagsschule für ihre Kinder nicht wollten und sich für die Heidener Schule interessierten. Buß sprach sich dafür aus, rechtlich alles abzuklopfen, um die Hauptschule in Heiden "zu erhalten und zu stärken". Er freue sich, dass auch die Schulpflegschaft ihr Interesse an der Diskussion und der Mitwirkung bekundet habe.
Schulleiter Norbert Konicek, der in Ramsdorf wohnt, sagte, es gebe viel Skepsis unter einigen Eltern, Kinder bis 16 Uhr in der Schule zu wissen. Er sträube sich nicht gegen ein Ganztagsangebot in Heiden. Er bezweifle aber, dass das Ganztagsangebot große positive Auswirkungen auf die Anmeldungen haben werde. Denkmodelle zur Kooperation zweier Hauptschulen sehe er mit Skepsis.
"Wir sind Gefangene der gesetzlichen Situation", steuerte Georg Meirick (SPD) bei. Er verwies auf die Situation in Schleswig-Holstein. Vorbild für NRW könnten die Gemeinschaftsschulen sein. Deren Grundlage sei das längere gemeinsame Lernen in grundsätzlich offenen Ganztagsschulen. Mit so einer Lösung könne man leben, meinte der Sozialdemokrat.
"Dass wir heute Abend keine Lösungen finden würden, war uns allen klar", sagte Bernhard Kemper, der als Vorsitzender den Ausschuss leitete.
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In der Verbundschule würde die bestehende Hauptschule in Heiden um einen Realschulzweig erweitert. Beide Schulformen würden unter ein Dach gebracht. Der Unterricht findet grundsätzlich getrennt statt. Eine Verbundschule muss mindestens dreizügig sein, je Jahrgang 28 Schüler haben. Vorteile für Heiden wären: Der Schulstandort wird gestärkt, kurze Wege für Haupt- und Realschüler, wohnortnaher Unterricht, kleine überschaubare Schuleinheiten, höhere Durchlässigkeit. Die Realschule könnte an Angeboten der Hauptschule im Bereich der Berufswahlvorbereitung teilnehmen. Die Realschule profitiere von der engen Zusammenarbeit der Hauptschule mit der örtlichen Wirtschaft. Aber: Die Schule eines anderen Schulträgers dürfte durch die Gründung einer Verbundschule in Heiden nicht gefährdet werden. Eine Verbundschule wäre aus heutiger Sicht aber keine dauerhafte Lösung wegen der niedrigen Geburtenraten, hieß es.
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Um gesichert zu sein, braucht eine Hauptschule zwei Parallelklassen pro Jahrgang. 36 Anmeldungen sind notwendig mit 18 Schülern. Laut Verwaltung nähert sich die Zahl der Fünftklässler in vielen Kommunen der kritischen Grenze von 36 oder hat sie unterschritten. In Heiden war das schon drei Mal der Fall: 24 im Jahr 2005/06, 32 im Jahr 2006/07, 24 im Jahr 2008/09. In ländlichen Gebieten gilt eine Sonderregelung, die die Einzügigkeit ermöglicht.
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Eine Hauptschule kann mit einer Klasse pro Jahrgang fortgeführt werden,
Die Auslegung von "zumutbare Entfernung" richtet sich nach Aussagen der Bezirksregietung nach den Vorschriften der Schülerfahrkostenverordnung. Danach wären 1,5 Fahrtzeit am Tag zumutbar; Heiden könnte eventuell mit einem . Nachbarort kooperieren: Ein Schulstandort würde Hauptstandort, der andere als Dependance geführt. Beide Standorte blieben erhalten. Vorstellbar wäre etwa, dass die Klassen fünf bis sieben an dem einen, die Klassen sieben bis zehn an dem anderen Standort unterrichtet würden.
Quelle: Borkener Zeitung 13.09.2008
Daten zur aktuellen Situation im Schuljahr 2008/2009
(C) Ludgerusschule Heiden, 46359 Heiden, Tel.: 02867 - 975050, Fax: - 9750522, Mail:
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