Die Schullandschaft Nordrhein-Westfalens ist in Bewegung. Viele Gemeinden bangen um die weiterführende Schule vor Ort. Neue Schul- bzw. Organisationsformen sind in der Diskussion. Was kann da das Konzept der "profilschule ascheberg" bieten?

Der nachfolgende Zeitungsartikel der Westfälischen Nachrichten beschreibt die aktuelle Situation. Auf den Seiten der Gemeinde Ascheberg kann man das Konzept der geplanten Schule nachlesen.

Pädagogisches Konzept der 'profilschule ascheberg'    = externer Link (pdf)
 

Einstimmig für die Profilschule


Achim Körbitz, Dr. Gabriele Kroes, Bürgermeister Dieter Emthaus und Schulausschuss-Vorsitzender Helmut Grube stellen das pädagogische Konzept vor. Foto: (-hbm-)

Ascheberg - Die Schülerzahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aschebergs Schullandschaft muss sich verändern, wenn sie nicht austrocknen will. Mit der allgemeinen Sekundarschule wurde von Schulplaner Professor Dr. Ernst Rösner der Kurs in Richtung Zukunft aufgezeigt, eine Expertengruppe arbeitete für diesen Weg das pädagogische Konzept der „Profilschule Ascheberg“ aus. Eine erste Hürde hat dieses Konzept genommen. Der Rat der Gemeinde Ascheberg stimmte ihm am Dienstag einstimmig zu. Bürgermeister Dieter Emthaus und sein Team waren sich dieses Jaworts sicher, denn sie luden am Tag nach der Entscheidung zu einer Pressekonferenz ein und präsentierten das frisch gedruckte Konzept.

„Wir sind zutiefst von der Richtigkeit überzeugt, weil wir verpflichtet sind, den Schulstandort Ascheberg zu sichern und zu stärken“, sagte Bürgermeister Emthaus am Dienstag im Rat und gestern vor der Presse. Mit dem Aufstellen des Konzeptes sei es nicht getan. Es müssten noch einige Hürden genommen werden. Besonders bei der Landespolitik müssten dicke Bretter gebohrt werden. Letztlich führe aber kein Weg an dieser Lösung vorbei.

Von allen Fraktionssprechern im Rat gab es Lob für die Expertenkommission. „Es ist sehr gut, dass wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, weil alle den Bedarf gesehen haben“, erklärte Maria Schulte-Loh für die CDU. Auf dem langen Weg zur Profilschule seien die örtlichen Schulen mitgenommen worden. Über Verbundschule und Gymnasiums-Dependance sei man mit dem Votum der Schulkonferenzen zur allgemeinen Sekundarschule gekommen. Der Weg dorthin sei nicht der Qualität der beiden vorhandenen Schulen geschuldet, sondern dem Elternwillen. Dass an Haupt- und Realschule gute Arbeit geleistet werde, hoben auch die anderen Fraktionssprecher und Bürgermeister Emthaus hervor. Mit gerade einmal 17 (Hauptschule) und 56 (Realschule) Anmeldungen spiegele sich das aber nicht im Elternwillen wider. Deswegen also: Die neue Profilschule.

„Die Expertengruppe hat uns mit ihren Ideen angesteckt“, lobte Maria Schulte-Loh. Harald Kastner (SPD) bemerkte: „Das pädagogische Konzept ist überzeugend. Ich empfehle, es zwei Mal zu lesen.“ Besonders wichtig sei die individuelle Förderung. Außerdem: „Die Eltern müssen mitgenommen werden.“ Die positive Grundstimmung zur Profilschule führte Hans-Werner Schlottbohm (UWG) auf die Expertengruppe zurück: „Sie hat es geschafft, ihre Euphorie auf die örtliche Politik zu übertragen.“ Wichtig sei, dass hier soziale Gerechtigkeit wahr werde und Chancengleichheit kein Fremdwort sei. „Uns freut, dass es eine moderne Schule sein wird. Damit ist das Ende der Fahnenstange der bisherigen Schullandschaft erreicht“, wertete Peter Leyers (FDP).

Allgemeiner Knackpunkt: Die Profilschule Ascheberg muss von der Landesregierung in Düsseldorf als Schulversuch genehmigt werden. „Ich bin optimistisch, dass Düsseldorf den Versuch genehmigt“, erklärte Ludger Wobbe, dessen CDU in Düsseldorf regiert. Bürgermeister Emthaus setzt darauf, dass der „Druck im Kessel“ steigt, denn die Probleme im ländlichen Raum ähneln sich.

Die neue Schule braucht neue Lehrer. Das wurde gestern Morgen bei der Pressekonferenz von Dr. Gabriele Kroes und Achim Körbitz aus der Expertengruppe verdeutlicht. Es müsse eine intensive Fortbildung geben.

Das Raumkonzept für die Profilschule wird parallel zu den Gesprächen mit dem Regierungspräsidenten und den Nachbargemeinden in der Verwaltung erarbeitet.

Während für viele Beobachter der Plan allein ein Traum ist, sprach Achim Kröbitz gestern noch von einem anderen Wunsch: „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass mit Nachbarn eine gymnasiale Oberstufe geben wird, die an dieses Konzept anknüpft.“

VON THEO HEITBAUM, ASCHEBERG

Quelle: Westfälische Nachrichten, 30.04.2009
 


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