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Übersicht 99/00

 27.05.2000

Auf den Spuren von "Junker Jörg" in der Wartburg

Ludgerus-Hauptschüler fuhren nach Thüringen / Staffellauf um die Lindenallee


Die Ausflügler aus Heiden auf der Wartburg in Eisenach

Heiden. Zeitig aufstehen, das galt für 130 Heidener Hauptschüler und ihre Begleiter. Schon früh um 6 Uhr bestieg man die drei Busse, um wieder einmal in die Partnerstadt Heidens, das Heilbad Heiligenstadt im thüringischen Eichsfeld, zu fahren. Um 10 Uhr erreichte man das eigentliche Ziel, die Lorenz-Kellner-Schule an der Lindenallee, zu der seit vielen Jahren eine schulische Partnerschaft besteht.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Schulleiter Alois Gaßdorf machte sich die Heidener Schulmannschaft startklar, um am "Staffellauf rund um die Lindenallee" (10 x 300 Meter) teilzunehmen. Vor einer großen Zuschauermenge und trotz heftiger Anfeuerungen der mitgereisten Heidener errangen die Heidener beim Wettkampf um den Pokal des Bürgermeisters keinen Platz auf dem Siegertreppchen. Dennoch begrüßte Bürgermeister Bernd Beck Rektor Herbert Krechting und die Mannschaft der Ludgerusschule und freute sich über den Besuch aus dem Westfälischen. Nach dem sportlichen Wettkampf standen schulische und persönliche Kontakte im Vordergrund des Besuches. Die fünften und sechsten Jahrgänge der Lorenz-Kellner-Schule hatten für ihre Parallelklasse aus Heiden ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm vorbereitet. Eine Stadtrallye, ein Besuch im Heimatmuseum, gemeinsames Mittagessen in der Schulmensa und sportliche Ballspiele erleichterten vor allem den Heidener Neulingen bei der Fahrt das Kennenlernen des Ortes, der Schule und der gleichaltrigen Mitschüler aus Heiligenstadt.


Mit vielen Eindrücken kehrten die Schüler aus Thüringen heim. Hier ein Bild vor der Wartburg.

Für die Klassen 7 bis 9 stand ein ausgiebiger Stadtbummel auf dem Programm. Danach fuhr diese Schülergruppe auf einer landschaftlich wunderbaren Tour weiter nach Eisenach zur Wartburg. Die Wartburg pflegt das Gedenken an die hl. Elisabeth von Thüringen und hatte als mittelalterliche Kulturstätte eine besondere Bedeutung. Sehr bekannt geworden ist sie durch den Aufenthalt Martin Luthers, der während seiner Verfolgung dort unter dem Pseudonym "Junker Jörg" die Bibelübersetzung ins Deutsche begann. Auch als Treffpunkt der deutschen Burschenschaften, die bürgerlich-demokratische Reformen wollten, ging sie in die Geschichte ein. Über diese historischen Hintergründe und über die baugeschichtliche Bedeutung erfuhren die Heidener sehr viel bei einer informativen Führung und Besichtigung der Burganlage.
Der letzte Reisebus erreichte den Schulhof erst abends nach 22 Uhr, weil viele gut gelaunte Heidener auf dem Heimweg eine Pause bei "McDonalds" für besonders wichtig hielten.