Startseite

Startseite


Übersicht 99/00

 13.08.99
Zwei neue Gesichter
an der Hauptschule

Heiden (hhk). So ging es nicht nur den Fünftklässlern: Der erste Schultag war auch für die beiden neuen Lehrer an der Ludgerus-Hauptschule ein Tag mit gemischten Gefühlen. Für Udo Vormann (45) aus Coesfeld ist es die erste feste Stelle, die er als Pädagoge antritt. Elke Berg aus Detmold verjüngt mit 31 Jahren das Kollegium.


Elke Berg unterrichtet Biologie an der Ludgerus-Hauptschule.


Heiden stand für die Lehrerin Elke Berg nicht oben auf der Wunschliste. Sie hätte von der Bezirksregierung lieber eine Schule im nördlichen Kreisgebiet Steinfurts zugewiesen bekommen. Ein halbes Schuljahr lang hat die Pädagogin, die in Münster und Osnabrück studiert hat, am Goethe Gymnasium in Osnabrück unterrichtet. Ihr Referendariat hat sie in Hagen absolviert. Ende Mai hat ihr die Bezirksregierung die Nachricht zu kommen lassen, sie solle an der Heidener Hauptschule ihre Stelle antreten. Elke Berg gibt an der Hauptschule 28 Unterrichtsstunden pro Woche. Das ist das oberste Limit. Sie lehrt die Fächer Biologie, Erdkunde und Deutsch. Außerdem kümmert sie sich um das Wahlpflichtfach Schulgarten. Frau Berg tritt das Erbe von Gerhard Weber an, der als Biologie-Lehrer die Natur Anfang der 80er Jahre an die Schule geholt hat. Weber schuf die Schulgarten-Idylle, die jetzt unter der Regie von Elke Berg gehegt und gepflegt wird. Mit Weber hat sich die "Neue" schon ausgetauscht. Im Unterricht behandelt die Bio-Lehrerin zur Zeit Pflanzen und Insekten. Da bietet sich der Garten an, um das Bücherwissen mit der Praxis zu vergleichen. Demnächst will sie sich dem Thema Gewässer widmen. Da passt es prima ins Konzept, dass im Schulgarten ein Teich angelegt wurde. Die "Neue" fühlt sich vom 15köpfigen Kollegium "freundlich aufgenommen". Positiv überrascht hat sie die Offenheit der Schüler und Schülerinnen, die sie bisher erlebt hat. Zum ersten Mal zeichnet die "Neue" als Lehrerin für eine Klasse verantwortlich. Sie kümmert sich um die 5b. Ihren ersten Wohnsitz hat Frau Berg in Detmold. In der Düwelsteen-Gemeinde hat sie sich ein Zimmer genommen.


Udo Vormann ist der "Neue" an der Hauptschule

25 Kilometer bis zu seinem Arbeitsplatz in Heiden fährt seit Anfang des neuen Schuljahres der Coesfelder Udo Vormann. 14 Stunden pro Woche unterrichtet der 45jährige die Fächer Mathematik, Kunst und Sport. Weil er sich elf Jahre lang als Hausmann um die beiden Kinder (11 und 14 Jahre) gekümmert hat, ist seine erste Stelle schon eine Herausforderung, der er sich gerne stellt. Erst eine Woche vor den großen Ferien ist Vormann über den Dienstantritt telefonisch in Kenntnis gesetzt worden. Die Zeit als Hausmann will der Coesfelder nicht missen. Zusammen mit seiner Frau, die einen Fulltime-Job bei der Stadt Coesfeld macht, hat der Pädagoge sich für diesen Weg der Kinderbetreuung bewusst entschieden. "Wenn beide Eltern berufstätig sind", sagten sich die Vormanns, "kommen die Kinder zu kurz." Der "Neue" findet die Bedingungen an der Ludgerus-Hauptschule "optimal". Er mag keinen Massenbetrieb und große Klassen. In Heiden fänden die 250 Schüler und Schülerinnen viel Raum, findet er. Weil die Klassen relativ klein seien, könnten die Schüler gut gefördert werden. Vormann war während seiner Hausmann-Tätigkeit dem Schulleben trotzdem verbunden. So hat er an der Anne-Frank-Schule Förderunterricht für ausländische Schüler gegeben und an der Martin-Luther-Schule für die Mittagsbetreuung gesorgt. Der "Neue" will an der Ludgerus-Hauptschule die Kreativität fördern. Die Knopfdruck-Mentalität, die unter vielen Jugendlichen ausgeprägt sei, irritiert den Pädagogen. Er fände es viel besser, wenn Geburtstagskarten mit einem klassischen Kartoffeldruck gefertigt würden als mit dem Personalcomputer. Das Radeln zählt zu seinen Lieblingsbeschäftigungen in der Freizeit. Bei den Touren hat Vormann oft schon die Düwelsteen-Gemeinde angesteuert. Entspannung findet der Pädagoge auch auf dem Fußballplatz - als Zuschauer. Da kickt die elfjährige Tochter in einer reinen Jungen-Mannschaft.

Texte und Bilder von Hubert H. Konert