Medienkonzept der Ludgerusschule Heiden

3. Ausstattung der Ludgerusschule

3.1 Überblick

Seit der zweiten Hälfte der 80er Jahre gehört die Arbeit am Computer zu den Angeboten im Programm der Ludgerusschule. Nach den Anfängen mit dem legendären C64 wurde im Schuljahr 90/91 der heutige Computerraum bezogen und mit 10 PCs ausgestattet. Als richtungweisend zeigte sich die schon damals vorgenommene Vernetzung der Anlage.

1997 wurde die Anlage durch die jetzige Installation mit 12 Arbeitsplätzen ersetzt. Diese Anlage war den Anforderungen nur noch bedingt gewachsen. Viele der für die Hauptschule relevanten Programme überforderten die vorhandenen Kapazitäten, so dass für das Jahr 2002 eine Neuinstallation erforderlich war. Dafür sprach auch die notwendige Aufstockung der Anzahl der Arbeitsplätze durch die in den letzten Jahren erheblich gestiegene Schülerzahl.

Der Computerraum verfügt jetzt über 15 Schülerarbeitsplätze und einen Lehrerarbeitsplatz. Alle Geräte sind miteinander vernetzt und ins Schulnetz integriert. Über das Schulnetz erfolgt auch der Internetzugang. Über einen Partnervertrag mit Microsoft verfügt die Schule über eine gute Grundausstattung mit Software, die durch einige andere Programme ergänzt wird.

Unterstützt wird die Arbeit im Computerraum durch die Einrichtung einer Lehrplattform ("MasterEye"), die es ermöglicht beliebige Bildschirminhalte zu übermitteln, Arbeitsabläufe zu demonstrieren, Hilfestellung zu leisten oder auch Funktionen zu sperren.

Mittlerweile ist von einem grundlegenden Wandel in der Betrachtungsweise des Computer-/ Medieneinsatzes in der Schule auszugehen. Es geht nicht mehr primär um die Ausstattung eines Computerraumes sondern um ein Gesamtkonzept für die Einbeziehung des Lernens mit neuen Medien in den alltäglichen Unterricht der Schule!

Im Hinblick auf das Konzept des Lernens mit neuen Medien wurden in der Ludgerusschule bereits einige Vorhaben verwirklicht. Mit den Mitteln

  • aus dem Schuletat der Gemeinde Heiden
  • der "e-nitiative" in NRW
  • aus dem Partnerprojekt der Ludgerusschule, an dem mehr als dreißig Heidener Betriebe teilnehmen
  • aus Einkünften, bzw. dem Preisgeld für verschiedene Internetprojekte

konnten die folgenden Schritte vollzogen werden:

  • Einrichtung eines Schülerraums für Informations- und Kommunikationstechnik (SCHIK) mit fünf Arbeitsplätzen und hochwertiger Peripherie, der für Gruppen während der Unterrichtszeit, für Schülerinnen und Schüler am Nachmittag und für Maßnahmen im Bereich der schulinternen Lehrerfortbildung zur Verfügung steht. Die Rechner sind in das Schulnetz integriert und haben somit Zugriff auf den gemeinsamen Internetzugang der Schule.
  • Einrichtung von zwei Lehrerarbeitsplätzen in einem Nebenraum des Lehrerzimmers mit entsprechenden Peripheriegeräten, Einbindung ins Schulnetz und Internetzugang.
  • Entwicklung eines Konzepts "Geschützte Arbeitsumgebung", zugleich Teil des Datensicherungskonzeptes für die Ludgerusschule. Die Rechner im Computerraum, im SCHIK, im Lehrerzimmer und die Laptops sind mit Schutzkarten ausgerüstet, die Manipulationen an den Rechnern zuverlässig unterbinden. Auf eine aufwendige, wartungsintensive Benutzerverwaltung wurde verzichtet.
    Im Schulnetz steht allen Benutzern (Schüler, Lehrer, VHS, andere Gruppen) ein "öffentlicher Bereich" mit dem Namen "Tauschbörse" zur Verfügung. Für die Datensicherung ist jeder einzelne Benutzer selbst verantwortlich!
    In einem zweiten Bereich mit dem Namen "Beispiele" besitzen die Benutzer nur Leserechte und können die bestehenden Daten nicht verändern. Schreibrechte haben hier die Lehrer, die sich mit ihrem Passwort beim System anmelden.
  • Es ist davon auszugehen, dass die zunehmende Integration der neuen Techniken dazu führt, dass ein zentraler Computerraum in Zukunft nur noch einem Teil der Anforderungen gerecht werden kann. Die Qualität des Lernens wird u.a. daran gemessen werden, ob Informationen/ Medien im Unterricht möglichst unmittelbar zur Verfügung stehen – d.h. Zugang zum Internet von jedem Klassenraum und Verfügbarkeit von Lehr- und Lernprogrammen am Lernort (Klasse/Fachraum). Das Medienkonzept der Ludgerusschule sieht den Austausch von Informationen (Intranet) und den Zugriff auf externe Informationen über das Internet von jedem relevanten Lernort in der Schule vor.
  • Die Vernetzung erfolgt über einen zentralen Server im Medienraum der Schule, der den Informationsaustausch im Intranet steuert. Hier befindet sich auch der zentrale Internetzugang der Schule. Hier werden auch die Kopien (Images) aller wichtigen Daten aller PCs in der Schule aufbewahrt, auf die im Störungsfall zurückgegriffen werden kann. Veränderungen im Computerraum werden zum Beispiel nur auf einem "Referenzrechner" durchgeführt, dessen Installation dann über das Schulnetz auf die anderen Rechner übertragen werden kann.
  • Das Lernen mit neuen Medien beruht in der Regel auf einer Vielzahl multimedialer Elemente, die nur in einem leistungsfähigen Netz bereitgestellt werden können. Typisches Beispiel ist die Lern-CD mit Texten, Bildern, Musik, Sprach- und Videosequenzen. Die notwendigen Voraussetzungen sind geschaffen worden.
  • Die drei Bereiche der Schule, die ans Schulnetz angeschlossen sind, sind der A-Trakt mit acht Klassen- und drei Gruppenräumen, der N-Trakt mit 5 Klassenräumen und den verschiedenen Fachräumen (Kunst, Biologie, Physik/Chemie, Informatik, Musik, Küche, Textil) so wie der Verwaltungsbereich. Die Kabelverbindungen zum zentralen Server/Internetzugang sind fertig gestellt. In den einzelnen Räumen sind jeweils zwei Anschlussdosen installiert worden.
  • Wesentlicher Bestandteil der Planung war die Schaffung der notwendigen Infrastruktur ("Verkabelung" der Schule), auf der alle folgenden Maßnahmen beruhen. Im Folgenden wird die Vernetzung der Ludgerusschule schematisch dargestellt.

3.2 Struktur des Schulnetzes

Die Abbildung stellt schematisch die Vernetzung der Ludgerusschule dar. Die drei verbundenen Bereiche sind A-Trakt, N-Trakt und Verwaltung. Alle bezeichneten Räume sind an das Schulnetz angeschlossen ("verkabelt") und verfügen über je zwei Netzanschlüsse.

3.3 Medienwagen

Die Überlegungen, dass die Möglichkeit bestehen sollte, Medien allen Schülern gleichzeitig präsentieren zu können, ergaben, dass dazu Medienecken nur sehr bedingt geeignet wären. Als geeignete Lösung erwies sich der "Medienwagen", wie er an der Ludgerusschule entworfen und aus eigenen Mitteln beschafft wurde. Die Erfahrungen mit dem Einsatz dieses Medienwagens führten dazu, dass die Anschaffung von weiteren Exemplaren für jeweils einen Klassentrakt als vorrangig eingestuft wurden. Weitere drei Wagen sind mittlerweile mit Hilfe des Schulträgers angeschafft worden.

Der Medienwagen besteht aus einem Laptop, einer Kombination aus Video- und DVD-Rekorder, einem Beamer, der notwendigen Sound-Ausstattung und einem Drucker.
Der Laptop verfügt über W-Lan (drahtloser Netzwerkzugriff) und kann über einen so genannten Accesspoint auf einfache Art mit dem Schulnetz und damit auch dem Internet verbunden werden.
Mit dem Medienwagen können Medien aller Art schnell und einfach in den Unterricht eingebracht werden. Das bezieht sich besonders auch auf von Lehren oder Schülern erstellte Medien.
 

3.4 Mobile Arbeitsplätze (Laptop-Koffer)

Mit den bereits verwirklichten Schritten wurde die Infrastruktur für zukünftige Erweiterungen und damit ein konzeptioneller Rahmen für die weitere Entwicklung des Medieneinsatzes im Unterricht der Ludgerusschule geschaffen.

Als Endgeräte waren zunächst stationäre PCs (Medienecken) vorgesehen, aber auch Lösungen mit mobilen Einheiten ("Laptops") wurden mit in die Überlegungen einbezogen. Dabei kristallisierten sich immer mehr die Vorteile eines Pools mobiler Geräte heraus:

  • Im Bedarfsfall stehen nicht nur ein oder zwei Rechner zur Verfügung sondern es können die benötigten Geräte aus dem Pool bereitgestellt werden.
  • Die Einsatzmöglichkeiten von Medienecken sind begrenzt und eröffnen den Medienzugang immer nur wenigen Schülern. Sie entsprechen den überwiegenden Unterrichtskonzepten im Fachunterricht der Hauptschule kaum.
  • Die Rechner können zentral aufbewahrt und gewartet werden.
  • Es werden insgesamt weniger Rechner und Peripherie gebraucht.
  • Das Problem der unbeaufsichtigten Nutzung (Schulnetz / Internetzugang) entfällt.

Bei der Suche nach einer tragbaren (!) Lösung kristallisierte sich die Idee eines Laptop-Koffers heraus. Dieser Koffer dient der Aufbewahrung und dem Transport der Geräte. Jeweils drei Geräte mit dem notwendigen Zubehör (Mäuse, Accesspoint) passen in einen dafür speziell ausgestatteten Alu-Koffer ("Pilotenkoffer" s.u.).

Bei den Laptops handelt es sich um hochwertige Centrino-Modelle (W-LAN, Stromsparfunktionen,...) mit großem 15,4"-Display, das auch mehreren Schülern gute Sichtmöglichkeiten bietet. Über den Accesspoint sind alle Laptops in der Klasse drahtlos mit dem Internet und mit dem Schulnetz verbunden.

Teilweise über das Schulnetz, teilweise lokal stehen wichtige Informations-, Lern- und Übungsmedien zur Verfügung. Die Medien können dabei direkt oder über ein virtuelles Laufwerk abgerufen werden. Die aufwendige Verwaltung einer ausreichenden Anzahl von Datenträgern entfällt!

Die durchschnittliche Akku-Laufzeit von mehr als vier Stunden gewährleistet den Einsatz über einen Schultag ohne "Nachtanken". Aufbewahrt werden die Koffer in einem verschließbaren Schrank im Medienraum der Ludgerusschule. Hier werden die Laptops - in den geöffneten Koffern verbleibend - mit den dazu gehörenden Netzteilen verbunden, um die Akkus wieder aufzuladen.

Die Erstausstattung mit sechs Geräten soll im Jahr 2005 auf zwölf erweitert werden, so dass bei durchschnittlichen Klassengrößen (zur Zeit 23 Sch./Klasse) zwei (max. drei) Schüler an einem Gerät lernen und arbeiten können.

3.5 Weiterentwicklung - Perspektiven
 

Maßnahmen 2003 Kosten(€) Finanzierung Status
Fertigstellung der Infrastruktur des Schulnetzes (Verkabelung)   E-nitiative NRW
Schulträger
eigene Mittel
fertig
Anschaffung von Medienwagen ca. 16000 Schulträger
eigene Mittel
fertig
Softwareausstattung Server/Medienwagen s.o. E-nitiative NRW
Schulträger
eigene Mittel
fertig
Verbrauchsmaterial 1000 Schulträger "fertig"
Instandhaltung / Ersatzbeschaffung
nach verbindlicher Regelung
2000 Schulträger "fertig"
       
Maßnahmen 2004 Kosten(€) Finanzierung Status
Anschaffung eines mobilen Rechner-Pools
(6 von 12 Laptops) (1.Teil)
ca. 10000 Schulträger fertig
Softwareausstattung Server/Rechner-Pool s.o. Schulträger
eigene Mittel
fertig
Verbrauchsmaterial 1000 Schulträger "fertig"
Instandhaltung / Ersatzbeschaffung
nach verbindlicher Regelung
2000 Schulträger "fertig"
       
Maßnahmen 2005 Kosten(€) Finanzierung Status
Anschaffung eines mobilen Rechner-Pools
(6 von 12 Laptops) (2.Teil)
ca. 10000 Schulträger geplant
Softwareausstattung Server/Rechner-Pool s.o. Schulträger
eigene Mittel
geplant
Verbrauchsmaterial 1000   geplant
Instandhaltung / Ersatzbeschaffung
nach verbindlicher Regelung
2000   geplant
       
Maßnahmen 2006 / 2007 Kosten(€) Finanzierung Status
Neuausstattung des Computerraums ca. 25000 Schulträger geplant
Neuausstattung Schüler-Computerraum (SCHIK)
und Lehrerarbeitsplätze
ca. 7500 eigene Mittel
Schulträger
geplant
Softwareausstattung Server/Rechner s.o. Schulträger
eigene Mittel
geplant
Verbrauchsmaterial 1000 Schulträger geplant
Instandhaltung / Ersatzbeschaffung
nach verbindlicher Regelung
2000 Schulträger geplant

Die oben stehenden Tabellen geben einen Überblick über bereits vollzogene und beabsichtigte Maßnahmen zur Ausstattung der Ludgerusschule im Hinblick auf ihre Aufgaben im Bereich der Medienerziehung. Nimmt man alles zusammen, verfügt dann die Schule über eine gute Ausstattung.
Die technische Ausstattung ist die Grundlage für die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte zu einer Erziehung zur Medien- und Methodenkompetenz. Geeignete Unterrichtskonzepte müssen umgesetzt und in der Praxis erprobt werden. Begleitend wird die Evaluation der vorgenommenen Schritte zeigen, ob sich das Konzept bewährt oder ob Modifikationen notwendig sind.

Ewald Meis, IKG-Beauftragter  an der Ludgerusschule Heiden,

(C) Ludgerusschule Heiden, 46359 Heiden, Tel.: 02867 - 975050, Fax: - 9750522, Mail:        Anfang der Seite