1.1 Ausgangssituation
Aus der anhaltenden Verbreitung der elektronischen Medien – multimediale
Anwendungen, Internet usw. – ergibt sich die Forderung nach einer
systematischen Vermittlung von Medienkompetenz als Bildungsaufgabe der
Schule.
Mittlerweile durchdringen und beeinflussen Medien nahezu unsere gesamte
Lebenswelt, wie Beruf, Familie, Bildungs- und Freizeitbereich. Medien sind
ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft geworden.
Die Kompetenz, Medien zu verstehen und sie für eigene Interessen zu nutzen
und mitzugestalten, wird in Zukunft für alle eine wichtige Voraussetzung
sein, um weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.
Der Vermittlung von Medienkompetenz, vor allem in der schulischen und
beruflichen Bildung, kommt daher eine entscheidende Rolle in der sich
entwickelnden Informationsgesellschaft zu.
1.2 Aufgabenbereiche
(nach "Zukunft des Lehrens - Lernen für die Zukunft: Neue Medien in der Lehrerausbildung", Kapitel 2: "Anforderungen an die Schule..." - Schriftenreihe Schule in NRW, Nr. 9032)
1.2.1 Auswählen und Nutzen von Medienangeboten

Das Medienspektrum wird immer umfangreicher. Angesichts dieser Entwicklung
sollen Kinder und Jugendliche lernen, Medienangebote im Hinblick auf eigene
Bedürfnisse und Interessen auszuwählen und zu nutzen.
Als Voraussetzung dafür sollen sie unterschiedliche Medienangebote, z.B. Buch,
Zeitung, Fernsehen, Hörmedien und Computersoftware, funktionsbezogen vergleichen
und diesen auch nicht-mediale Handlungsmöglichkeiten, z.B. Erkundungen in der
Realität, gegenüberstellen.
Dabei sollen verschiedene Nutzungsformen berücksichtigt werden:
Information, Lernen, Unterhaltung, Spielen, Simulation, Kommunikation und
Kooperation.
1.2.2 Gestalten und Verbreiten eigener Medienbeiträge

Schülerinnen und Schüler sollen lernen, eigene Medienbeiträge verschiedener Art
herzustellen und zu verbreiten. Als Voraussetzung dafür sollen die Schülerinnen
und Schüler in die Handhabung der entsprechenden Geräte bzw.
informationstechnischen Systeme eingeführt werden und ihre Gestaltungstechniken
handelnd erfahren.
Als Medienarten kommen generell in Betracht:
Bilder / Fotos, Hörbeiträge, Druckerzeugnisse bzw. Schrift-Bild-Kombinationen
(z.B. Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Plakate), Videobeiträge,
Computerpräsentationen und Computeranwendungen.
Indem Kinder und Jugendliche Medien selbst gestalten, können sie die bloße
Rezipientenrolle verlassen und selbst Öffentlichkeit herstellen.
Durch den - zielgerichteten - eigenen Umgang mit den technischen Möglichkeiten
von Medien sollen sie zugleich befähigt werden, mediale Angebote kritisch
einzuordnen und zu bewerten. Darüber hinaus können eigene Medienproduktionen
soziale Verhaltensweisen stärken und zu einer Sensibilisierung sowie zu einer
angemessenen Distanz gegenüber Medienangeboten führen.
1.2.3 Verstehen und Bewerten von Mediengestaltungen
Angesichts der Medienentwicklung wird es immer schwieriger, Medienaussagen
richtig einzuordnen. Auch Bilder sind heute zum Teil keine fotografischen
Abbildungen von realen oder inszenierten Situationen, sondern computererzeugte
künstliche Erscheinungen.
Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Mediengestaltungen angemessen zu
verstehen und zu bewerten. Als Voraussetzung dafür sollen sie mediale
Gestaltungsmittel von Schrift, Bild und Ton kennen lernen, Mediendarstellungen
als vermittelte oder inszenierte Botschaften erfahren und verschiedene mediale
Gestaltungsabsichten unterscheiden können. Als Gestaltungsabsichten können z.B.
Information, Aufklärung, Unterhaltung, Werbung oder Manipulation bedeutsam
sein.
1.2.4 Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen

Die Schülerinnen und Schüler sollen angeregt werden, sich bewusst zu machen,
dass von Medien Einflüsse auf sie selbst und auf andere ausgehen. Sie sollen in
der Lage sein, solche Einflüsse zu erkennen, auszudrücken und angemessen
einzuordnen bzw. aufzuarbeiten. In diesem Zusammenhang sollen sie mediale
Gestaltungsmerkmale, die mit bestimmten Wirkungen verbunden sind, durchschauen
und zwischen medialer Darstellung und Realität unterscheiden.
Die Medieneinflüsse können sich auf Gefühle, auf Vorstellungen, auf
Verhaltensorientierungen, auf Wertorientierungen sowie auf soziale bzw.
gesellschaftliche Zusammenhänge beziehen. Letztere schließen Einflüsse auf
Familie und Freizeitgestaltung, auf betriebliche Organisationsformen und Abläufe
in der Arbeitswelt mit ein.
1.2.5 Beurteilen von Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung

Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ökonomische, rechtliche,
organisationsbezogene und grundlegende technische Voraussetzungen sowie weitere
institutionelle und politische bzw. gesellschaftliche Bedingungen der
Medienproduktion und Medienverbreitung zu durchschauen und zu beurteilen.
Entsprechende Bedingungen können am Beispiel von Printmedien, Rundfunkangeboten
oder Computeranwendungen und im Zusammenhang mit Unterhaltungsprogrammen,
Musikangeboten oder politischen Informationen behandelt werden.
Anzusprechen sind z.B. Informations- und Meinungsfreiheit, Urheberrechte,
Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung, Datensicherheit im Netz,
öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Strukturen.
Medienanalyse und Medienkritik sind zugleich als Möglichkeit zu sehen, die
eigene Position im Rahmen der Individual- und Massenkommunikation und in der
Gesellschaft zu durchschauen, kritisch zu reflektieren und sich für
Verbesserungsmöglichkeiten zu engagieren.
(C) Ludgerusschule Heiden, 46359 Heiden, Tel.: 02867 - 975050, Fax: - 9750522, Mail:
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