

Sie arbeiten bei der Schülerfirma Tipatoka an der Ludgerusschule (v.l.): Matthaeus
Graczyk, Leonhard Meitza, Philipp Cluse, Manuel Kempe, Tim Schneider, Melanie
Soppe, Carsten Finke ("Geschäftsführer") Paulina Drzwiecka und Tobias Wehling.
Heiden (hhk). Die Erfolgsstory wird fortgesetzt. "Die nächste Belegschaft wird gerade eingeführt", berichtet Konrektor Ewald Meis an der Ludgerusschule. Seit 2003 existiert an der Hauptschule die Schülerfirma Tipatoka Recycling. Nachwuchssorgen gibt es nicht. Die abgehenden Schüler geben ihre Geschäftsunterlagen und ihr Wissen immer wieder in jüngere Hände. Und Projektleiter Meis passt auf, dass die wechselnden Belegschaften eine menge lernen.
Wie berichtet, verdient die Firma Geld mit dem Sammeln von ausgedienten Tintenpatronen und Tonerkartuschen. Die werden von Firmen und Privathaushalten in Heiden von den Schülern abgeholt, eingetütet und an ein Unternehmen im Ruhrgebiet weiter verkauft. Pro Jahr werden drei bis vier große Kartons auf den Weg ins Ruhrgebiet gebracht.
Die Vergütung gegen Bares ist ganz nach dem Geschmack von Schülern und Schulleitung. Beispielsweise kann jetzt ein leistungsfähiger Farbdrucker an der Schule angeschafft werden. Ein Viertel der Kosten steuert die Schülerfirma bei.
Mit Interesse verfolgt hat Meis einen Fernsehbeitrag im ARD-Ratgeber-Magazin plusminus über die Aktion "Sammeldrache". Darin wurde berichtet, dass Experten darüber stritten, wie gefährlich das schwarze Pulver sei. Das schwarze Pulver der Toner könne nämlich Benzol, Zinnverbindungen, Schermetalle und weitere Lösungsmittel enthalten. Viele meinten, dass der Toner nicht in Kinderhände gehöre. Für das fleißige Sammeln der Schüler gibt es bei diesem System grüne Umwelt-Punkte. Selbst in Kindergärten werde gesammelt. Projektleiter Meis zog sein Fazit aus der Sendung, auch wenn die Heidener nicht mit dem Sammeldrachen kooperieren: "Wir werden die die Schüler verstärkt darauf hinweisen, mit welchen Stoffen sie umgehen."
Er werde sich darum kümmern, dass die Materialien sofort in Plastikfolien verpackt würden. Der Konrektor erwägt außerdem den Einsatz von Einmalhandschuhen. Seine Schüler seien immerhin 15 Jahre alt, sagte Meis weiter, da sei nicht zu befürchten, dass sie das schwarze Pulver in den Mund nehmen würden.