

Die Belegschaft der Schülerfirma Tipatoka (von links): Lukas Wieseler, Michael Vering, Niclas Müller, Martin Küper, Sebastian Soppe, Dimitrij Jedich, Simon Patt, Mario Lensing, Verena Bruns, Fabienne Schulz und Edith Lichtenberg. (Foto: pd)
Heiden (pd). Seit 2003 gibt es sie, die Schülerfirma Tipatoka mit Firmensitz in der Heidener Ludgerusschule. Der Name leitet sich von den (Ti)nten(pa)tronen und (To)ner(ka)rtuschen her. Jedes Jahr ist die Firma mit einer neuen Belegschaft am Start. Leere Farb- und Tonerbehälter, die beim Drucken anfallen, sind wertvolle Ressourcen, die von Recyclingfirmen wiederbefüllt oder in verwertbare Teile zerlegt werden können. Eine Firma in Hilden garantiert als Empfänger des Leerguts die Wiederverwendung. Die Schüler sorgen mit dem Sammeln dafür, dass Rohstoffe nicht im Müll landen. Sie leisten einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Schule gehörte zu den Gewinnern des Klimaschutzpreises der Gemeinde Heiden im Jahr 2007.
Die Schülerfirma bietet aber auch die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln. Schülerfirmen sind keine Spielerei, keine "Wir spielen Firma"-Veranstaltungen; sie sind ein Ernstfall. Die Identifikation mit der Firma führt dazu, dass die Tätigkeit als bedeutungsvoll angesehen wird. So kann es plötzlich wichtig sein, dass man auf korrekte Rechtschreibung achtet, richtig rechnet, pünktlich und zuverlässig seine Aufgaben erledigt, um den Ansprüchen gerecht werden zu können.
So erwerben die Mitglieder der Schülerfirma Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen wie Eigenverantwortung, Eigeninitiative, Entscheidungsfreude, Kooperationsfähigkeit, vorausschauendes Denken, Vernetzungs- und Planungskompetenz, Werteorientierung und Reflexion über Gegebenheiten des beruflichen Werdegangs. Höfliche Umgangsformen und korrektes Auftreten werden als bedeutungsvoll erkannt.
Für dieses Schuljahr haben sich elf Schüler aus den neunten und zehnten Klassen zusammengefunden, die die Firma betreuen. Sie sind von ihrem betreuenden Lehrer Ewald Meis über den sachgerechten Umgang mit den teilweise giftigen Stoffen im Druckerleergut belehrt worden. Weitere Schüler können sich im Laufe des Schuljahres für eine Tätigkeit in der Schülerfirma bewerben.
Erstmals lenkt in diesem Jahr ein Führungstrio die Angelegenheiten der Schülerfirma. Die Idee dazu ergab sich aus den drei wesentlichen Tätigkeitsbereichen. Sebastian Soppe (14) ist für das "Kerngeschäft" zuständig, Verena Bruns (14) will sich mehr um die Internetarbeit und die Buchführung kümmern und Lukas Wieseler (15) hat es sich zur Aufgabe gemacht, für den ordentlichen Zustand der Schulcomputer zu sorgen.
Tipatoka bittet alle Leser im Umfeld um Unterstützung. Gebrauchte Tintenpatronen und Tonerkartuschen können sie entweder bei der Schule abgeben oder von den Schülern abholen lassen. Das Leergut sollte recycling-geeignet sein, das heißt elektronische oder mechanische Bauteile enthalten. Reine Behälter, zum Beispiel aus Kopiergeräten, gehören nicht dazu.
Quelle: Borkener Zeitung 04.11.2008