TIPATOKA - Recycling

Schülerfirma der Ludgerusschule

TIPATOKA

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Geschäftsführer packen mit an

Vier Ludgerus-Schüler gründen Unternehmen:
Sie sammeln Tonerkartuschen und Tintenpatronen

Belegschaft der Schülerfirma TIPATOKA
Gründer und Mitbegründer der Schülerfirma Tipatoka an der Ludgerusschule:
Manuela Fahrland, Giuseppe Farucci, Sascha Kleinmann, Esther Leitner, Sabrina
Haselhoff, Simon Berger und Sebastian Christoph.Foto: hhk

Heiden (hhk). Die Firmenlandschaft ist um ein Pflänzchen mit dem eingängigen Namen Tipatoka Recycling reicher. Ihr Firmensitz ist aber nicht alltäglich. Die Fäden werden in der Ludgerusschule gezogen.

Unternehmensgründer machen zunächst ein Bedürfnis bei Menschen aus, das befriedigt werden will. Mitunter stoßen sie selbst drauf, oder werden darauf gebracht. An der Ludgerusschule hatte besonders Ewald Meis, ausgewiesener Computerexperte, ein Problem. Wohin mit ausgedienten Tintenpatronen und Tonerkartuschen? Einfach nur ab in den Sondermüll? Ließe sich das Leergut nicht in den Kreislauf bringen?

Seine Fragen und ein Angebot eines Recycling-Unternehmens aus Bochum machten aus vier Schülern der Klasse 9a Firmengründer. Die Jungen holten sich drei Mädchen dazu, "weil die einfach besser Briefe verfassen können", erläutern sie frank und frei.

Zwar ist das Unternehmen noch im Aufbau, aber ihre ersten Einnahmen und Ausgaben sind schon quittiert. Auf der Ausgabenseite stehen Gefrierbeutel für 1,98 Euro. Für rund 70 gesammelte Kartuschen und Patronen kassierten die Schüler von der Bochumer Recyclingfirma genau 67,98 Euro.

"Nicht Schlecht, oder?" fragt Giuseppe Farucci strahlend. Der 15-Jährige ist der Geschäftsführer. Sein Vertreter heißt Simon Berger, ebenfalls 15 Jahre alt, der ebenfalls gerne mit anpackt.

Was muss ein Geschäftsführer können? "Er muss sich darum kümmern, dass alle Arbeit haben, dass es läuft und die Firma später in andere Hände übergeben werden kann", sagt Farucci spontan. Einige Aufgaben sind schon verteilt. Sabrina Haselhoff (16) wird sich um die Buchhaltung kümmern, Sascha Kleinmann um den Abholservice.

Dass sie mit ihrer Firma nicht steinreich werden können, spielt für die Schüler keine Rolle. Ohnehin haben sie vor, den Gewinn in die weitere Projektarbeit zu stecken.

Schülerfirmen haben steuerrechtlich eine besondere Rolle. So dürfen sie pro Jahr einen Umsatz von 60000 Euro erzielen, pro Jahr einen Reingewinn von 7500 Euro machen. Das haben die Schüler ausbaldowert. Außerdem: Schülerfirmen dürfen nur in Nischen schlüpfen, nicht aber anderen Firmen das Wasser abgraben.

Farucci und Co. haben im Unterricht noch viel vor der Brust. So müssen sie sich um einen Vertrag mit der Schulleitung kümmern, für die Firma die Rechtsform finden, das Firmenlogo schaffen und in die Werbung gehen.

Die Adressen der Heidener Firmen haben sie ausgemacht und einen Brief auf den Weg gebracht. Kernsatz: "Sie sagen uns Bescheid, damit unsere Kuriere mit dem Fahrrad zu Ihnen kommen können, um die Patronen und Kartuschen abzuholen. Ein Anruf an unserer Schule genügt."

Jetzt hoffen die Schüler auf ganz viele Anrufe. Und Projektleiter Ewald Meis ist zuversichtlich, dass seine Schüler eine Menge lernen.

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