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ADS ohne Hyperaktivität bei Kindern und Jugendlichen und den Besonderheiten ihrer Diagnose und Therapie. Anzeigentherapie und Diagnose - Kinderarzt Reichenbach, Dr. Joachim Dietrich

Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass heute 3-4% aller in Deutschland lebenden Neugeborenen an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADD) erkranken, bei dem Jungen ca. 5 mal häufiger befallen sind; außerdem wird davon ausgegangen, dass die Zahl der nicht gemeldeten Fälle weitere 5% beträgt, d.h. in jeder Klassenzugehörigkeit befinden sich 1-2 ADD-Patienten auf statistischem Wege! Störungen sind in den 3 Kernbereichen (Kernsymptome) charakteristisch: "Typ (ADHS)", der hauptsächlich bei Jungen vorkommt, und "ADS des überwiegend unauffälligen Typs (ADS ohne Hyperaktivität)", der hauptsächlich Mädchen betrifft.

Damit ADS diagnostiziert werden können, müssen auch zusätzliche Anforderungen erfüllt sein: Zugleich muss eine andere zugrundeliegende körperliche oder psychische Krankheit gefahrlos verhindert werden. Häufig werden an ADHS erkrankte Menschen durch kleine Dinge abgelenkt, beginnen viele Dinge und beenden nichts, träumen oft im Unterricht, haben Probleme mit der Befolgung von Instruktionen, machen viele nachlässige Fehler bei der Schularbeit, sind wenig ausdauernd bei Tätigkeiten, die eine längere mentale Leistung voraussetzen und eine echte Aversion gegen sie entfalten, sind oft vergesellschaftet und verschenken oft Gegenstände, die sie für gewisse Tätigkeiten und Aktivitäten (Spielzeug, Hefte, Schreibutensilien, Kugelschreiber, Sportausrüstung, etc.) benötigen.

können die Kleinen nicht warten, oft übermäßig viel sprechen, sich oft in Gespräche einmischen, wenn die Erwachsenen sprechen, in das Klassenzimmer eindringen, ohne die Beantwortung auszudehnen, bevor die Fragestellung vollständig beantwortet ist, dazu tendieren, in Wut auf Geringfügigkeit zu explodieren, plötzlich eine Entscheidung zu treffen und sie im Handumdrehen durchzuführen, ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken, und deshalb oft nicht auf Gefährdungen für sich und andere achten.

Überaktive Kleinkinder wackeln oft mit Händen und Füßen, sind nahezu ständig in Schwung, können während des Trainings oder der Mahlzeiten nicht stillsitzen, oft aufstehen und im Unterricht herumlaufen, haben einen starken Drang zum Klettern in unangemessenen Fällen und ziehen aufgrund der übermäßigen Lautstärke in der Regel Aufmerksamkeit beim Mitspielen auf sich.

Neben den Hauptsymptomen weisen etwa 2/3 der ADD-kranken Enkelkinder weitere Anomalien, so genannte Komorbiditäten auf: Es wurde herausgefunden, dass bei gleichaltrigen Eizellen, die mit identischer Erbanlage geboren wurden, beide Enkelkinder viel häufiger von ADD befallen sind als bei zwei gleichartigen Eizellen mit unterschiedlicher Erbanlage. Darüber hinaus ist bekannt, dass ADD in der Familie häufiger auftritt; in Gesprächen wird oft deutlich, dass ein oder auch beide Elternteile selbst davon betroffen waren.

Inwieweit sich die ADD-Symptome im Verlauf der Entwicklungsphase jedoch so auffällig zeigen, dass man von einer echten Störung sprechen muss, hängt im Wesentlichen von den gesellschaftlichen Umständen ab, denen diese Jugendlichen begegnen, und ob ihre "Besonderheit" adäquat berücksichtigt wird. Das größte Hindernis für die betroffenen Söhne und Töchter, die Jugendlichen und ihre Angehörigen sind meist die gesellschaftlichen Folgen von ADD.

Die Verhaltensweisen von Kindern werden oft mit Unverständnis und Zurückweisung begegnet. Weil gute Überzeugungsarbeit, Abmahnungen und Bestrafungen keine Veränderungen mit sich bringen, haben Erziehungsberechtigte und andere Betreuer schnell das Gefühl, mit dem Baby nicht mehr "umgehen" zu können. Das betroffene Baby will wie jedes andere Baby sein, kann und will aber nicht wissen, warum.

So fühlen sie sich als Außenstehende und Unterlegene, weisen eine niedrige frustrierende Toleranz auf, fallen häufig in die Funktion eines "Klassenkameraden" oder "Sündenbocks für alles", werden von Mitschülern vermieden und haben kaum gute Freundinnen. Sie sind überwältigt und erschöpft, die Kleinen fühlen sich missverstanden und zurückgewiesen. Mit der richtigen Diagnostik und der frühzeitigen Initiierung einer passenden Therapie kann man diesen Kreislauf unterbrechen oder besser gar nicht erst entwickeln aufbrechen!

Dazu gehören mehrstündige Gespräche mit den Erziehungsberechtigten, in der Regelfall am Abend außerhalb der Bürozeiten, Telefongespräche mit den Lehrern, Auswertungen von standardisierten Fragebögen, kompetente Beobachtung des Verhaltens des Kleinkindes und spezielle Prüfverfahren. Eine große Entlastung finden viele Mütter, wenn ihr Kleinkind richtig mit ADD diagnostiziert wird, oft nach einer längeren Rundreise durch eine Vielzahl von Praxen und Beratungszentren.

Inzwischen wissen sie, dass ihr Kleinkind nicht nur " nicht willig " ist oder dass es als Erziehungsberechtigter nicht nur " gescheitert " ist, sondern dass sein Kleinkind aufgrund einer gewissen Störung vorübergehend nicht in der gleichen Weise wie andere Kleinkinder auftritt. Sie umfasst eine intensive ärztliche Beratung mit der Elternschaft und anderen Betreuern, Heilpädagogik, Verhaltenstherapie oder Familientherapie, individuell oder in kleinen Gruppen über besonders geschulte Pädagogen und Kinderschwestern mit ADD-Erfahrung, aus ausgewerteten Elterntrainingskursen und ggf. aus den folgenden Bereichen

zusätzlich aus der medikamentösen Therapie mit den Aktivstoffen Methyphenidat (= Ritalin, Medikinet, Equasym etc.), Atomoxetin (= Strattera) oder Lisdexamfetamin (= Elvanse). Bereits seit vielen Jahren kooperiere ich intensiv mit Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiatern, Psychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Sonderpädagogen, ADS-Beratungslehrerinnen und -Lehrern sowie Selbsthilfeorganisationen der ADS in der Region. Zu Beginn des Jahres 2009 habe ich am Vertrag BKK/ADHS der Kassenärztlichen Gemeinschaft Baden-Württemberg teilgenommen und bin zudem Mitarbeiter im lokalen Team ADS Kircheheim; unsere regelmäßigen Meetings konzentrieren sich auf Fallpräsentationen und interdisziplinäre Diskussionen.

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