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Beitrag der Agentur für Arbeit. Designrichtlinien für den einheitlichen Auftritt der Bundesagentur für Arbeit und ihrer Agenturen. Agentur für Arbeit beendet 60 Millionen Euro IT-Projekt - Digital

Die Bundesanstalt für Arbeit hat nach mehr als sechs Jahren Entwicklung das Informatikprojekt "Robaso" eingestellt. Bisher hat die Lösung rund 60 Mio. E kosten. Tatsächlich klingt es wie ein sinnvolles Projekt: Die BA wollte eine durchgängige IT-Plattform einrichten. Bisher mussten die Mitarbeitenden Kundendaten in bis zu 16 verschiedenen Applikationen eintragen.

Beispielsweise können sie jeden Arbeitssuchenden, der in allen Anlagen einen Arbeitsplatz findet, individuell abmelden. "Mit " Roboter " (rollenbasierte Oberflächen) wäre dieser Vorgang stark erleichtert worden. Der BA entwickelte sich mehr als sechs Jahre lang und investierte 60 Mio. EUR, aber das Vorhaben wurde nach einer Pilotierungsphase eingestellt. Rubaso sei für den Alltag zu starr gewesen, sagt ein BA-Sprecher.

Kaum ein Sachbearbeiter wäre in der Lage gewesen, die Kundendaten nach der Erfassung zu verändern. Um diesen Irrtum zu beseitigen, hätte es lange Zeit in Anspruch genommen und viel Kosten verursacht, sagt die Autorität. Für eine unkomplizierte Problemlösung sind die 16 einzelnen Verfahren zu aufwendig und unterschiedlich. Anscheinend hat die Bundesanstalt einen Irrtum begangen, der vielen Firmen passiert: Sie hat sich unter Laborkonditionen weiterentwickelt.

Die Umsetzung des Systems erfolgte erst im September 2015, nach mehr als fünfjähriger Laufzeit des Projekts. Zur Vermeidung solcher Ausfälle setzt das Bundesamt seit 2014 ein neuartiges Vorgehen bei der IT-Entwicklung ein. Applikationen sollen schrittweise umgesetzt und im täglichen Leben erprobt werden - eine Vorgehensweise, die sich inzwischen in der Softwareentwicklung etabliert hat: Anstatt auf große Upgrades zu zögern, werden kleine Upgrades umgehend umgesetzt und erprobt.

FÃ?r die Firma Roboter kam dieses Ã?berdenken zu spÃ?t, ein Folgeprojekt ist zunÃ??chst nicht vorgesehen. "Jetzt geht es darum, mit Fehlern umzugehen und auch dafür zu sorgen, dass die Bundesanstalt aus dem Scheitern die richtigen Schlüsse für die weitere Entwicklung zieht", sagt die Grüne Politikerin Ekin Deligöz. "60 Mio. EUR für eine nicht für einen Tag eingesetzte Zeitungssoftware klingt nach einer großen Investitionsstau.

Alleine zwischen 2011 und 2016 wurden nach Auskunft der Bundesanstalt rund 4,5 Mrd. EUR "zur Unterstützung der Beschäftigten mit modernster IT" aufgewendet. In einer früheren Fassung des Beitrags konnte der Anschein erweckt werden, dass Robustheit nie in der Praxis angewendet wurde. Aber es kam zu einer Pilotierungsphase, in der es auch von den Arbeitsämtern praxisnah erprobt wurde.

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