Allgemeinbildung

Grundschulbildung

mw-headline" id="Zum_Begriff">Zum Begriff[Edit | < Quellcode bearbeiten] Die Allgemeinbildung bezieht sich auf die Bildung und Entfaltung der allen Menschen gemeinsam erscheinenden Persönlichkeit in ihrer spirituellen und damit vor allem ethischästhetischen Ausprägung. Hinter diesem steht die Vorstellung, dass der Mensch durch seine Vernunft und Befreiung im Unterschied zu einfachen Sachen ein Träger der Bedeutung und damit ein selbstzweckmäßig ist. Diese Überlegung setzt Schiller (in der Bekanntmachung der horenischen Kirche 1794) in dem Maße fort, in dem in der Zeit der politischen Not "ein generelles und übergeordnetes Gewicht auf das reine Menschliche und vor allem Erhabene der Zeit" notwendig ist, um "zum Leitbild der verfeinerten Menschlichkeit" einen Beitrag zu leisten.

Unter Allgemeinbildung versteht man daher die Idee und Verwirklichung dessen, was dem Menschen gemein ist, was in Moral und Ãsthetik zusammen möglich ist, und ist Teil der Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung im weitesten Sinne. Heutzutage wird dieser Ausdruck jedoch oft als Sinnbild für den Erziehungskanon verwendet. Von einem Gesamtverständnis der Bildung zu einem "Bildungskanon" hat Wolfgang Klafki diese Tendenz als Zerfall der ursprünglich geisteswissenschaftlichen Bildungsidee nachvollzogen.

Das oft gleichbedeutend verstandene "Allgemeinwissen" beschreibt im Unterschied zum geisteswissenschaftlichen Konzept der Bildung einen Grundwissensvorrat, der oft mit der reinen Erkenntnis verglichen wird, die jeder Mensch erwerben sollte: Was man über die Erde wissen sollte. Dazu gehört, wie es dem heutigen Wissensverständnis entspringt, Wissen, das erworben und hinterfragt werden kann, das im Unterschied zum geisteswissenschaftlichen Erziehungsverständnis nicht personenrelevant sein muss.

Einen ähnlichen Unterschied gibt es auch bei den beiden Begriffen Berufsausbildung (berufliche Fachkenntnisse und Fertigkeiten) und Berufsausbildung (Allgemeinbildung). Die Bezeichnung Allgemeinbildung oder Allgemeinwissen kommt aus einer Zeit, in der den Menschen klar wurde, dass das Gesamtwissen der Menschheit nicht in wenigen Werken zusammengefaßt werden konnte. Hieraus ergibt sich auch eine glaubwürdige Neubestimmung der Allgemeinbildung: Die Allgemeinbildung ist das, was man als Mensch weiterentwickeln und Spezialwissen sinnvoll erlernen und anwenden muss.

Die Allgemeinbildung ist daher der Bezugsrahmen und die Grundlage für das Fachwissen. Allgemeinbildung hingegen kann als das Wissen verstanden werden, das jeder Mensch benötigt, um sich in der Umwelt zurecht zu finden. Ein erster Weg zu einer ganzheitlichen Allgemeinbildung (im Sinn von Allgemeinbildung) wurde von Johannes Comenius formuliert, mit dem Anspruch, allen alles zu vermitteln.

Ebenso bemühten sich die Lexikonisten, alle Erkenntnisse der Erleuchtung zu bündeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Überlegung war insoweit umstritten, als die damalige Ausbildung nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Klassen (Adel und Klerus) bestimmt war. Jahrhunderts vor allem auf die Fächerdisziplin ausgerichtet war, haben neue Humanisten wie Wilhelm von Humboldt im neunzehnten Jh. mit ihren schulischen Reformen versucht, die für die Befreiung der breiten Bevölkerungsschicht im Sinn von Kant erforderliche Allgemeinbildung zu erreichen - und versagt.

Zu dieser Zeit entstand die Vorstellung, die Allgemeinbildung mit dem Bildungs-Kanon zu vergleichen, da insbesondere die Epigone Humboldts eine Ausschlussthesethese schufen, nach der gewisse Kulturgüter unreine Güter waren. Trotz mehrerer Reformmaßnahmen richtet sich das moderne Oberschulwesen nach wie vor an dieser Vorstellung aus, was sich beispielsweise darin ausdrückt, dass das Oberschulwesen weniger unmittelbar berufsrelevante Kenntnisse vermittelt als Berufsschulen.

Die Definition als Allgemeinbildung, als Sinnbild für den Erziehungskanon, richtet sich in starkem Maße nach Land und Kulturgeschichte, Zeit, sozialer Umgebung oder Einzelwissens. Allgemeinbildung bezeichnet in unserer Unternehmenskultur Sprachen, Fachliteratur, musikalische Begabungen (Musik, Kunst), Sozialwissenschaften, Geografie, Geschichtswissenschaft, Naturwissenschaften in den Bereichen Naturwissenschaft (Physik, Chemie, Biochemie ) und Naturwissenschaft. Allgemeinbildung beinhaltet laut Wolfgang Klafki nicht nur Wissen, sondern auch pragmatisches Handeln, ethisches Urteilsvermögen, gesellschaftliche Handlungskompetenz und Ästhetik.

Die Allgemeinbildung gewinnt mit der Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft und der heutigen Informationstechnologie eine neue Bedeutung: Da die Information in großen Mengen z.B. über das Netz rasch verfügbar ist, geht es nun darum, die Forschungstechniken zu meistern, die Information auswerten zu können und Verbindungen zwischen Information herzustellen (Medienkompetenz). In der Allgemeinbildung geht es danach darum, die aktuellen Kernprobleme der Menschheit zu begreifen und kritisches Denken und Handeln wiederzugeben.

In Adorno wird das heute vermittelte allgemeine Wissen als "Halbbildung" bezeichnet, die abrupt und vordergründig bleibt. Andererseits muss eine echte Allgemeinbildung auch eine Auseinandersetzung mit den sozialen Bedingungen und der eigenen Lebensrealität beinhalten und auf Reife abzielen. Die Allgemeinbildung in einer freiheitlichen Gesellschaft: Erich E. Geissler. Beltz, Weinheim 1991, ISBN 3-407-34056-7. Barbara Holle, Stephanie Köber, Stephanie Thuir (Redaktionelle Ltg.): General education - The great standard work with the knowledge of our time.

Hans-Werner Heymann: Allgemeine Bildung und Informatik. Beltz, Weinheim/Basel 1996, ISBN 3-407-34099-0 Hans Werner Heymann: Allgemeine Bildung und Informatik.

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