Arbeiten in einer Agentur

Mitarbeit in einer Agentur

In einer Kreativagentur zu arbeiten, ist kaum mit einem anderen Beruf zu vergleichen. Heutzutage werben Agenturen fieberhaft um junge Talente. Derjenige, der für die Agentur geeignete Mitarbeiter finden will, muss lernen, mit dem neuen Arbeitsumfeld und dem neuen Personal umzugehen.

Weshalb die Tätigkeit in der Agentur besser ist als die Tätigkeit in der Unternehmen?

Gute Entwicklungschancen - fachlich, menschlich und natürlich auch wirtschaftlich - sind nach meiner Überzeugung ein wichtiger Entscheidungsfaktor für Nachwuchstalente aus der Wirtschaft. Meiner Meinung nach gibt es hier noch viel Undurchsichtigkeit darüber, was Makleragenturen für aufregende Gelegenheiten zu tun haben, insbesondere die Networkagenturen. Untersuchungen zufolge ist eine gute Kohäsion zwischen den Kolleginnen und Kollegen der Hauptgrund, den Arbeitsplatz nicht zu tauschen.

Sind andere Randbedingungen wie Personalentwicklungsmöglichkeiten, interessante Aufgabenstellungen, gute Führungs- und Arbeitsanreize nicht ebenso konsequent, dann genügt ein guter kollegialer Verbund auf lange Sicht nicht, um die Fähigkeiten und Top-Performer zu binden. Eine weitere böse Überraschungsfrage am Ende: Gefällt es Ihnen nicht gelegentlich, wieder der unerschütterliche und erwählte Kundin zu sein, anstatt immer wieder auf Kundenwünsche eingehen zu müssen?

Anspruchsvolle und selektive Arbeitsweise ist nicht verkehrt, zumal man als Auftraggeber letztlich das Unternehmerrisiko mitträgt. Aber wenn Sie das Gefuehl haben, dass Sie immer nur den Wuenschen des Kunden nachgeben, sollten Sie die Agentur-Kunden-Beziehung immer wesentlich ueberpruefen. Langfristig wird dies nicht zu einer Befriedigung auf beiden Seite ausreichen.

Letztendlich wählt der Auftraggeber lediglich eine andere Agentur aus. Mit einer Agentur dagegen kann der Verlust enorm sein, wenn die wichtigsten Ressourcen - große Kreativköpfe, Stratege und Consultants - die Agentur aufgeben.

Das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben ist intakt. Lang leben die Leben-Leben-Balance!

Heute werden die Nachwuchstalente nicht mehr ausgewählt, sie wählen, welches Untenehmen sie für die kommenden Jahre in ihr tägliches Geschäft einbeziehen. Jeder, der das noch nicht begriffen hat, könnte in seiner Karriere als Unternehmer ziemlich allein sein. Work-Life-Balance, das war die Generierung Y. Nun kommt die Z-Generierung.

Wenn wir in den vergangenen Jahren unter anderem versucht haben, die berufsbedingten und persönlichen Bedürfnisse unserer Kollegen (Kinder, Lebenspartner, Hund, Reisen, Fortbildung, Ausbildung und Elternzeit) instabil auszugleichen, können wir uns diesen Arbeitsaufwand in der Folge ersparen. Der Y. Erzeugung zufolge sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Familie herrschen - in Bezug auf Zeit und Geld; alles sollte rechenbar, vorhersehbar und ausgeglichen sein.

Künftig werden wir als Auftraggeber und nicht als Ganzes, als temporärer Lebensgefährte ausgewählt und damit in das private Umfeld unserer Kollegen miteinbezogen. Jeder, der heute 18 Jahre alt ist, d.h. ein Repräsentant der so genannten Generationen und sich auf Schulmessen in die Fachwelt hineinversetzt, ist auf der Suche nach Firmen, die "passen", sich "wohlfühlen", mit denen man zusammen ein Stück Lebensweg gehen will; nach Firmen, die auf der gleichen Wellen-linie miteinander kommuniziern, die mit dem eigenen Lebensplan so gut wie möglich zurecht kommen.

Hierzu zählen natürlich leistungsabhängige Vergütung, Aufstiegsmöglichkeiten, Gleitzeit, ein sinnvoller Arbeitsplatz, nachhaltige Maßnahmen im sozialen Bereich..... Leben-Leben-Balance heißt jedoch nicht, dass Personalmanagement und Personalbeschaffung in Zukunft in einer passiven Warteposition aufgebaut werden sollten. Während es der Y. Erzeugung (die es in ihrer oft genannten holzschnittähnlichen Form natürlich gar nicht gibt) darum ging, einen Handlungsrahmen für einen neuen Berufsalltag zu kreieren, geht es nun darum, diesen für die nächste Erzeugung mit Content zu besetzen, der den Standards einer privaten Bedeutungsgrundlage entspricht.

Mit anderen Worten, wenn ich meinen Beruf in mein privates Leben einlasse, dann muss es sich auch so anhören, als ob er dorthin gehört. Gute Leistung ist nicht motivierend genug. Dabei verhält sich die Erzeugung wie jede andere "nächste Generation": Sie setzt sich in das ein, was die vorangegangenen Jahre gewonnen haben, und befüllt diese Gebilde mit zeitgenössisch wirkenden Content.

Jeder Mitarbeiter auf allen Hierarchieebenen muss die Chance haben, etwas zu seinem "eigenen Projekt" zu machen (manchmal ist es im Alltag wie Hornbach) - ein Vorhaben, mit dem er sich über seine tägliche Arbeit hinaus identifizieren kann, das er in seiner Freizeit gern ausübt und mit dem er sich wirklich auszeichnen kann.

Das Konzept der Eigenverantwortung geht weit über das kritische Konzept der "Selbstverwirklichung" im Berufsleben hinaus und ist von entscheidender Wichtigkeit für das zukünftige Funktionieren der Balance zwischen Leben und Leben. Auf diese Weise wird es möglich, durch immer mehr Aktivitäten zu arbeiten, die eine Sinnhaftigkeit für sich selbst haben, für die man aber dennoch anerkannt wird, weil man sie nicht nur für sich selbst durchführt.

Denn nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Berufstätigkeit oft nicht mehr wie Beruf auswirkt und eine Leben-Leben-Balance zu einer Wirklichkeit wird, die eine neue Kollegengeneration von uns verlangt.

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