Legasthenie Definition

Definition von Legasthenie

LVL (Landesverband Legasthenie und Kunstalkulie Baden-Württemberg e.V.) Definitions

Legasthenie ist eine ausgesprochene und schwere Erkrankung beim Erlernen von Lese- und/oder Rechtschreibfertigkeiten, die durch spezifische Merkmale der Gehirnfunktionen verursacht wird. Lese- und Rechtschreibstörungen kommen in den meisten FÃ?llen zusammen vor. Kennzeichnende Leseprobleme sind: Typische Rechtschreibprobleme: Ein und dasselbe Word wird auch nach mehreren Jahren der Praxis anders und im gleichen Dokument wiedergegeben.

Im Prinzip machen Legastheniker jedoch dieselben Irrtümer wie alle andere auch, aber viel öfter und viel mehr. In der Regel sind die Lese- und Rechtschreibprobleme auch in den fremden Sprachen vorhanden. Eine Legasthenie kann daher rasch zu einer deutlichen Verringerung der gesamten Studienleistung beitragen. Aufgrund der unzureichenden Beachtung der Lernstörungen im Schulunterricht und der daraus resultierenden häufigen Versagenserfahrungen entstehen bei den erkrankten Kindern sehr rasch psychische oder psycheähnliche Erkrankungen und verhaltensbedingte Probleme.

Bei den Kindern leidet man darunter, dass sie die Bildungserwartungen der Hochschule, der Erziehungsberechtigten oder auch ihre eigenen Bildungserwartungen nicht oder nur unzureichend erfüllbar sind. Beides ist falsch: Dyslexiker sind normale oder gar überdurchschnittliche Begabungen (nach der Definition des Katalogs 1. Januar 2010 ist der Abbau von Intelligenz als Grund ausgeschlossen!) und praktizieren ihre Aufgabe oft viel sorgfältiger als ihre unbeeinflussten Mitschüler.

Die Legasthenie ist eine Erkrankung, die nicht allein durch Sorgfalt beseitigt oder gar signifikant verbessert werden kann. Auch Schüler, die sich bereits mit zahlreichen schulischen Misserfolgen abgefunden haben, sind schwierig zur Praxis zu bewegen. Die unter Druck stehende Schule wird oft durch Ausschluss von den Mitschülern oder Exposition durch Lehrer noch verschärft und reicht dann in einem Umfang, der zu schweren psychischen Erkrankungen oder Psychosomatik und einem schulischen Versagen in allen Unterrichtsfächern führt.

In Anbetracht dieser Umstände und des fehlenden Ausgleichs von Benachteiligungen in der schulischen Ausbildung kann ein großer Teil der Legastheniker keine ihren Talenten angemessene Schulkarriere einschlagen, sondern wird den Schultypen zugeordnet, in denen sie tatsächlich benachteiligt sind.

www.neurologen

Die Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie) ist in der International Classification of Psychological Disorders (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) präzise durchdacht. Bei Erfüllung folgender Voraussetzungen gilt Legasthenie als gegeben: Die Resultate von standardisierten Prüfungen auf Lesegenauigkeit, Lesetempo, Leseverstehen und/oder Rechtschreibfähigkeiten sind signifikant niedriger als vergleichbare Werte, die aufgrund von Alter, Sprachkenntnis und Klassenniveau zu vermuten sind.

Durch die Lese- und Rechtschreibstörung wird die Schulleistung und/oder die alltäglichen Lebenstätigkeiten beeinträchtigt.

Mehr zum Thema