Lernen in der Pubertät

In der Pubertät lernen

Dies hat aber nicht nur negative Folgen. So lernen Jugendliche: Das pubertäres Gehirn sehnt sich nach Erfahrungen - Wissen Während der Pubertät erwartet das Hirn hungernd Erlebnisse, vergleichbar mit der frühkindlichen Zeit. Im Gegensatz zur Frühkindlichen Lebensphase, deren Wichtigkeit jedoch von niemandem in Frage gestellt wird, wurde die Pubertät zu wenig aus der Sicht ihrer Entwicklungsmöglichkeiten gesehen. In der Pubertät ist es soweit! Man kann in Lehrbüchern lesen, wie der Hubschrauber im Hirn die Freisetzung von Sexualhormonen und eine Reihe von Kuriersubstanzen auslöst, die die Pubertät auslösen.

Das Hirn befindet sich in einer umfassenden Umstrukturierung: Konzentrierte sie sich in der Jugend auf die Menge, d.h. auf so viele Reize wie möglich, so geht sie in der Pubertät auf die Eigenschaft und damit auf die Leistungsfähigkeit über. Nicht oder nur sporadisch genutzte Anschlüsse werden demontiert. Denn was den Jugendlichen betrifft, werden die Hirnstrukturen jedoch konsolidiert, erweitert und leistungsfähig gestaltet.

Der junge Mensch erschafft eine für sich selbst zugeschnittene Gehirnarchitektur. Die Prozesse im kindlichen Hirn könnte man mit einem Frühlingsputz inklusive Aufräumen vergleichen: Der junge Verstand restrukturiert sich konsequent von der Rückseite nach vorn. Weil sich in den Frontalregionen hinter der Front wesentliche Aufgaben wie Gefährdungsbeurteilung, Emotionsregulierung, Aktionsplanung etc. befinden, ist es nicht verwunderlich, dass es für junge Menschen bisweilen schwierig ist.

Der Wiederaufbau im Hirn führt dazu, dass die Gefühle am Anfang quasi rascher sind als die Erkenntniskontrolle: Eine altertümliche Gehirnstruktur, die Amygdala, die eine schnelle Gefühlsanalyse ermöglichen und dann tatsächlich mit den Frontalregionen zusammenwirken soll, wirkt quasi im Jugendalter, ohne funktionstüchtige Kontrollautorität. Deshalb ist "zuerst überlegen, dann reden" oder "zuerst überlegen, dann handeln" keine Selbstverständlichkeit für die Jugend.

Es ist für einige Entwicklungsschritte wertvoll: Junge Menschen lernen oft neue Sportmöglichkeiten viel rascher als die Erwachsenen und nützen die motorischen Fähigkeiten, die sie bereits zu Beginn der Pubertät haben. Die Suche nach extremen Erlebnissen in der Pubertät ist schliesslich auch mit Änderungen im Vergütungssystem verbunden, das auch von den Wiederaufbauprozessen beeinflusst wird: Die Empfindlichkeit gegenüber dem Kurierstoff Dopamin (Motivation, Erwartung von Belohnungen usw.) sinkt, was nicht heißt, dass die Jugendlichen nicht mehr begeistert oder motiviert sind.

Dies bedeutet nicht, dass Lehrer ermutigt würden, sich extrem hohe Lerninhalte ausdenken, sondern dass sie sich auf Lerngelegenheiten konzentrieren sollten, die die Eigenwirksamkeit, das Selbstbestimmungsrecht und die Erfahrung der sozialen Integration adäquat in Frage stellen. Die Neustrukturierung des Vergütungssystems geht übrigens mit Anpassungsprozessen im Gehirn einher, die zu einer weiteren Entwicklung der Abstraktionsfähigkeit führen. Während der Pubertät steigen die Abstraktionsfähigkeit und die Vielschichtigkeit des Denk- und Gefühls.

Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere Ausbildung. Das mag überraschen, denn vielen jungen Menschen gelingt es anscheinend, ihre große Schaffenskraft z.B. vor ihren Lehrern zu verbergen. Vielleicht sind sie sich aber selbst dieses Potentials nicht bewußt und würden einen externen Impuls benötigen. Fazit kann man sagen, dass es sich bei den Umbauten um einen Optimierungsprozess auswirkt.

Das Hirn eines Teenagers bringt wie jede Rekonstruktionsmaßnahme für einige Zeit zu Substitutionslösungen und Ablenkungen, aber der Wiederaufbau macht viel Sinn, die Investition lohnt sich. Lernen gelingt am besten, wenn der junge Mensch die Bedeutung von Bildungsmöglichkeiten versteht und wenn der Wille, etwas tun zu können, erwacht.

Der Fortschritt der kognitiven und kreativen Entwicklung erschließt Potentiale, die für jüngere Lernende auf vergleichbare Art und Weise noch nicht verfügbar sind. Dies reduziert den Stress und ermöglicht es jungen Schülern, sich nicht vor ihren Mitschülern zu peinlich zu fühlen, ihre Meinung zu klären und zu überdenken, wie sie etwas aussprechen wollen.

Wenn Sie ein frisches Topic beginnen, können Sie die Lernenden bitten, für zwei Min. festzuhalten, was ihnen zu diesem Topic in den Sinn kommt. Das Freewriting hat zum Ziel, bereits gespeichertes Wissen zu aktivieren und Erlebnisse, Fragestellungen und Vorstellungen zu aktivieren. In ihrem neuen Werk (zusammen mit Heiner Böttger) geht es um die Konzeption des Fremdsprachenunterrichts mit jungen Menschen: Sprachenlernen in der Pubertät.

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