Mentalität Holländer

Die Mentalität des Holländers

an der Deutsch-Niederländischen Handelskammer in Düsseldorf und absolviert einen Crashkurs in niederländischer Mentalität. Die nationalen Züge der Niederländer sind Höflichkeit, Pünktlichkeit und Sparsamkeit. Wir und ich Kulturen: Warum Niederländer so nett sind und die Deutschen oft Berufsautisten sind.

Haben wir den Anschein, dass unser Nachbardorf nur aus glücklichen Niederländern wie Linda de Mol oder Silvie van der Waart besteht? Darf sich jemand Dieter Bohlen als Niederländer ausmalen? Ich habe in den vergangenen Jahren einige holländische Mandanten beraten, die in dt. Unternehmen arbeiten und in anderen. Die waren immer zuversichtlich, immer offen, immer aufgeschlossen, immer freundlich und enthusiastisch bei der Annahme von Trinkgeldern (während die Menschen in Deutschland alles in Zweifel ziehen: "Ist das möglich? wirklich? sagt mein Freund....").

Wenn sie in einem deutschsprachigen Unternehmen tätig waren, beschwerten sie sich häufiger über Anpassungsprobleme. Die fröhlichen "Wir" und die lockere Sitzhaltung (von der Sitzhaltung bis zum Outfit) irritieren den manchmal steifen Dichter. Aber: Während der Holländer durch ein aufgeschlossenes und heiteres Sein gekennzeichnet ist, das seinen individuellen Charakter mit anderen leben kann (siehe Sylvie), ist der Dt. manchmal durch eine Hervorhebung des "Ich" im Gegensatz zum Wir gekennzeichnet (Vetorecht für das Veto gegen Sohlen in Das Supertalent).

Die Überzeugung, dass es sich bei der Firma um ein Team handelt, aber in Wirklichkeit ehrgeizigen Karriereautismus fördert, bleibt in Deutschland bestehen. Das Anforderungsprofil-Team ist in 90% aller deutschsprachigen Inserate ein Stellvertreter für das große breite Nichts an sich. Erschrocken über die Projektaufgabe entdecken die von ihr geprägten Jugendlichen, dass die karriereautistische Strategie der "Abschottung von Informationen" in dt. Betrieben eine praxiserprobte und am besten verbreitete Methodik ist.

Zugleich wird das konservative deutschsprachige Normalunternehmen von dem typischen westlichen Gleichheitsbegriff dominiert: Es gibt zwar Strukturen, aber die Vorgesetzten werden nicht angenommen. In diesem Zusammenhang sollte es in den Betrieben viel frischen Wind geben, wenn die Teamlernenden, die gerade an Hochschulen und Universitäten aufwachsen, in die Betriebe kommen. Chefkoch nach Hause - eine konsequente Folge, mit der sich die dt. Konzerne ebenso herumschlagen müssen, wie mit der Nachfrage nach einer echten Community anstelle von Blasphemie.

Gerade in traditionsreichen deutschsprachigen Betrieben kommt es zu großer Unbefriedigung, denn Altes kommt Neues. "Wir Kulturen " wie die Niederländer sind nicht weniger ergebnisorientiert, aber im Gegensatz zu uns misst sie den Fortschritt an dem gemeinsam erzielten Resultat. Wer ist nun glücklicher mit seinem Leben: Silvie van der Waart oder Dieter Bohlen?

In ihren beiden Firmen fördert sie Menschen, Arbeitsgruppen und Strukturen. Hofert konzentriert sich auf Training, Coachings und entwicklungsbezogene Beratungen für Führungskräfte, Gruppen und Firmen. Zunächst auf die Bereiche Arbeit und Beschäftigung ausgerichtet, hat sie 2004 ihren Horizont um Start-up, Führung und Corporate Governance erweitert, bevor sie sich 2009 auf die Bereiche Team und die neue Berufswelt konzentrierte.

Mehr zum Thema