Plantagenarbeiter

Pflanzarbeiter

"Der Mindestlohn existiert nur auf Papier" (Archiv) Kein angemessener Lohn und oft untragbare Lebensbedingungen - viele Plantagen- und Landwirtschaftsarbeiter auf der ganzen Welt erleiden darunter, sagt Benjamin Luig von der Hilfsorganisation Miserior. Dabei geht es um gesicherte Jobs, aber auch um angemessene Gehälter und allgemein tragfähige Lebensbedingungen. Heute weist die katholische Hilfsorganisation Miserereor darauf hin, dass es in anderen Bereichen nicht besser aussähe.

Telefonisch ist Benjamin Luig, der sich bei Miserior mit der Landwirtschaftspolitik und den Lebensmitteln beschäftigt. Benzjamin Luig: Schönen Nachmittag. Kühlmann: Sie wollen den Welttag der Nahrung dazu benutzen, uns den Lebensumständen der Plantagenarbeiter näher zu bringen, mit einer Untersuchung, die belegt, dass viele Landwirte nicht genug von Lebensmitteln haben. Und was weißt du über ihre Lage?

Luig: Nun, die Lage ist ganz besonders. Die Arbeiter von Tee oder Zuckerrohr wohnen bis heute auf den Pflanzungen, auf denen sie tätig sind. Uns liegen viele Meldungen aus praktisch allen Kernteeanbaugebieten der Welt vor, sei es Kenia, Indien, Malawi oder Sri Lanka, dass es bis heute viele Formen der Ausgrenzung gibt.

Weshalb gibt es unter diesen Arbeitern der Plantagen einen Mangel an Nahrung und Ausdauer? Luig: Der starke Druck auf die Pflanzproduzenten selbst ist auch heute noch vorhanden. Dies bedeutet, dass in vielen Gebieten das Hauptproblem darin besteht, dass die Gehälter einfach tief und auch unter dem Subsistenzwert sind. In Malawi zum Beispiel gibt es Meldungen, dass die Gehälter für Plantagenarbeiter 50-prozentig unterhalb der Armutsschwelle der Weltbank und in Indien, zum Beispiel in Assam, einer der größten Teerregionen der Welt, weit unterhalb der Armutsschwelle angesiedelt sind.

Luig: Diese Gehälter gibt es meistens nur auf dem Blatt. So sind beispielsweise so genannte Sachbezüge, wie ich es zunächst gesagt habe, Mindestbeträge für die Unterbringung oder Verpflegung oder so etwas, unmittelbar in diese Gehälter einbezogen, und die Gehälter sind in der Tat wesentlich niedriger. "Kuhlmann: Was muss sein?

Was kann man tun, um die Lage zu verbessern? Luig: Wir appellieren auch an die Regierung, weil es uns ein Anliegen ist, dass die Lage der Plantagen- und Landarbeiter als Ganzes wieder verstärkt wahrnehmbar ist, auch in der EZ. In der weltweiten entwicklungspolitischen Praxis ist es tatsächlich so, dass diese gesellschaftliche Gruppierung von Landwirtschafts- und Plantagenarbeitern völlig ausgelassen wird.

Wichtigstes Werkzeug, das unbedingt zu schaffen ist, sind die existenzsichernden Lohne. Meiner Meinung nach müssen die Länder auf der ganzen Welt in dieser Hinsicht zusammenwirken. Vor allem aber sind es die Handelsgruppen, die Tees auf der ganzen Welt vertreiben, die zur Verantwortung gezogen werden müssen. Drei Handelsgruppen teilen sich im Wesentlichen 80 % des Weltmarktes untereinander, und es ist nicht schwierig zu erkennen, dass ein erheblicher Teil des Kostendrucks auf den Pflanzungen natürlich von ihnen kommt.

Kühlmann: Am Tag der Welternährung erklärte Benjamin Luig von Miereor eine Untersuchung der Hilfsorganisation, die aufzeigt, warum sich viele Plantagenarbeiter nicht genügend Lebensmittel kaufen können. Luig: Gern.

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