Privatschule

Internatsschule

Die öffentliche Wahrnehmung ist, dass Privatschulen vor allem Schulen einer wohlhabenden Elite sind. Private Schulen: Sind sie besser oder schlimmer als staatliche sind? Schülerinnen und Schülern an öffentlichen Bildungseinrichtungen erreichen ähnliche gute Lese- und Schreibergebnisse wie Kindern an privaten Bildungseinrichtungen. Genau das beweist eine neue Untersuchung. Diejenigen, die ihre Kleinen auf eine Privatschule schicken, hoffen oft, dass ihre Nachkommen von einer besonders guten Ausbildung profitieren werden.

An vielen Stellen werden private Hochschulen als Ausgangspunkt für internationale Studien und Karrieren angesehen.

Rund neun Prozentpunkte aller SchÃ?ler gehen in Deutschland auf private Schulen, wie eine Untersuchung im Auftrage der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) inzwischen ausweist. Für den Unterricht ihrer Kleinen bezahlen die Erziehungsberechtigten zwischen 170 und 300 EUR pro Monat. Aber sind private Schulen wirklich so gut wie ihr Ansehen? Anders sieht es in der FES-Studie aus: Private Schulen sind nicht notwendigerweise besser als staatliche Schulen.

Entsprechend unterscheidet sich die Schülerschaft in privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen in Bezug auf die erworbenen Fähigkeiten kaum von anderen. Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse an privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen erreichten ebenso gute Noten im Bereich des Lesens und Rechtschreibens auf Deutsch und im Leseverständnis auf Englisch. In der vierten Klasse erreichten die Schülerinnen und Schüler vergleichbare Leistungen im Bereich des Lesens und Rechtschreibens sowohl in der deutschen als auch in der mathematischen Sprache.

Dies gilt jedoch nicht für das Hörverständnis auf englisch und das Hörverständnis auf dt.. Besser abgeschnitten haben hier die Studenten von privaten Hochschulen. Dass es seit langem Diskussionen darüber gibt, welche Schule besser ist, zeigen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Untersuchung, Klaus Klemm von der Universität Duisburg-Essen, Petra Stanat und Lars Hoffmann vom IQB (Institut für Qualitätschaffung in der Bildung) und Kai Maaz vom DIPF (Deutsches Hochschulinstitut für Internationale Bildungsforschung).

Schon Ende der 90er Jahre wurden zu diesem Thema Untersuchungen publiziert, die nach Ansicht der Forscher jedoch einen großen Mangel aufweisen: Hier wurden die Grade oft nur als Leistungsindikatoren an Privatschulen und staatlichen Einrichtungen verwendet. Um genaue Resultate zu erhalten, wie es in der vorliegenden Untersuchung der Fall war, müssen mehrere Aspekte - wie z. B. Ursprung, Geschlecht auf der einen und der sozioökonomische Background der Erziehungsberechtigten auf der anderen Seite - berücksichtigt werden.

Dazu haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zwillingspaare zusammengestellt, d.h. Schülerinnen und Schülern aus privaten und staatlichen Bildungseinrichtungen mit ähnlichem Vorbild. Danach gehen mehr Migrantenkinder, die oft aus schlecht ausgebildeten und sozial benachteiligten Elternhäusern stammen, in staatliche Schulklassen. An staatlichen Primarschulen haben 38,1 Prozentpunkte der Schulkinder einen oder mehrere Elternteile, die im fremden Land aufwachsen.

Das sind 28,3 Prozentpunkte der privatisierten Primarschulen. Im Bereich der Nicht-Gymnasialschulen sind es etwa 30 Prozentpunkte in der unteren Mittelstufe an den staatlichen Hochschulen und etwa 19 Prozentpunkte in den Privatschulen. In staatlichen Oberschulen haben 24,2 Prozentpunkte der Kinder einen Migrationshintergrund, in Privatgymnasien sind es nur 17,7 Prozentpunkte.

Es gibt auch geschlechtsspezifische Differenzen - mehr Maedchen und jugendliche Maedchen gehen in die privaten Sekundarschulen und Oberschulen (53,3 Prozent). Die geschlechtsspezifische Verteilung ist in den staatlichen Bildungseinrichtungen vergleichbar, mit Ausnahme von Mittel- und Sonderschulen, die von mehr Knaben besetzt werden. Danach gehen mehr Studenten aus sozial hochgestellten Schichten in Privatschulen, was bedeutet, dass es ihren Angehörigen wirtschaftlich besser geht.

Außerdem kommen sie aus einer Familie, in der nur die deutsche Sprache öfter verwendet wird. Bisher waren die Jugendlichen, die eine Privatgrundschule besuchten, im Schnitt im Vorschulalter älter als die Jugendlichen, die eine staatliche Primarschule besuchten. In der Tat, Studenten in privaten Bildungseinrichtungen schneiden objektiver besser ab. Dies ist jedoch auf die Zusammenstellung der Schülerinnen und Schüler zurückzuführen: Der Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler in privaten als auch in staatlichen Bildungseinrichtungen ist in der Regel größer - und diese sind in der Regel effizienter.

Für die vorliegende Untersuchung haben die Forscherinnen und Forscher unmittelbar Vergleiche angestellt und ermittelt, die ähnliche Hintergründe und Ausgangssituationen aufweisen: Nur Privatschüler können besser auf deutsch hören und die englische Sprache besser kennen. Dabei stellen die Wissenschafter fest, dass private Bildungseinrichtungen an Wichtigkeit gewinn. Im Gegensatz zu den Niederlanden, wo etwa 70 Prozentpunkte aller Jugendlichen in privaten Bildungseinrichtungen unterrichten. Die privaten Bildungseinrichtungen in Deutschland sind jedoch immer noch die Ausnahmen.

Noch bevor die Ausgleicher und Kommunalisten wieder aus den Fugen geraten und ein Privatschulverbot einfordern, sollte eine von ihnen in Betracht gezogen werden: Glaubt man der Untersuchung, dann ist das Leistungsniveau von Kindern gesellschaftlich benachteiligter Familien in staatlichen Bildungseinrichtungen genauso gut (oder schlecht) wie in Privatautoren. So haben die Kleinen mit besser situierten Erziehungsberechtigten keinen Bildungsvorteil an privaten Familien.

So dürfen auch aus sozialistischer Sicht die Freiheitsgrade von Kindern und Erziehungsberechtigten nicht durch ein Verbot beeinträchtigt werden, denn laut dieser Untersuchung gibt es keine Diskriminierung von gesellschaftlich benachteiligten Kindern in staatlichen Bildungseinrichtungen. Wer sein Kleinkind auf eine Privatschule entsendet, hat dies nicht nur mit mechanisch erfassbaren Merkmalen oder dem Willen zu einer bedingungslosen Laufbahn zu tun, sondern auch mit einem menschlicheren und etwas weniger leistungsfähigen Menschenbild. In manchen Fällen ist dies der Fall.

Genau hier hat es in den vergangenen 20 Jahren zu einer massiven Aushöhlung der staatlichen Schule gekommen. Deshalb ist eine oben beschriebene Untersuchung nutzlos, um ein "besseres" oder "schlechteres" zu bewerten. Private Schulklassen sind natürlich gut, wenn die Erziehungsberechtigten dazu beigetragen haben, das Bildungssystem generell zu verschlechtern.

Besonders wenn man mit dem System der Schulen "herumgealbert" hat, sollte man wenigstens den nötigen Ehrgeiz haben, seine Schüler aus Überzeugungsgründen auf eine staatliche Hochschule zu schicken. In diesem Fall ist es wichtig, dass man sie in die Schulen bringt.

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